von Vorstand Daniel Steinhofer
Bereits 1947 wurde – für Vorarlberg damals einzigartig – die 1. Jugendmusik des Musikverein Lustenau durch Rudi Hofer ins Leben gerufen. Zahlreiche Ehrenmitglieder, die heute anwesend sind, lernten dort zum ersten Mal das Zusammenspiel in einem Orchester. So fand am 18. August 1947 die erste Vollprobe statt. Unsere Chronik vermerkt dazu: „Wenn nicht gerade schön, so war es doch wenigstens laut. Wir wissen aber, dass der Ruhe und Ausdauer von Rudi Hofer mit seinen Einzellehrmeistern doch der Erfolg beschieden sein wird.“
Schon am 30. November 1947 fand der erste Auftritt der Jugendkapelle statt, bei dem vor allem der Jubilar Ferdinand Hämmerle (Küblar’s) zu seinem 60-Jahr-Jubiläum als aktiver Musikant überrascht wurde. Das erste programmmäßige Auftreten fand beim Osterfrühschoppen am 28. März 1948 statt. Immer wieder dankt die Vereinsleitung in dieser Zeit dem unermüdlichen Jugendkapellmeister Rudi Hofer. In einem Protokoll einer Ausschusssitzung die 1949 im Gasthaus „Weinstube“ stattgefunden hat, wird dann auch beschlossen, dem Jugendkapellmeister als Hochzeitsgeschenk die Küche ausmalen zu lassen.
Ein glanzvoller Beginn stand also am Anfang unserer Jugendmusik, deren Entwicklung in den folgenden Jahren ein stetes Auf, aber auch Ab erlebte. Auf Rudi Hofer folgten Vorstand VS-Dir. Otto Scheffknecht, Toni Huber und Werner Pregler. Jedoch vermerkt Ernst David in seiner Chronik, dass es 1947 noch relativ leicht war, eine Schar begeisterter Burschen zusammenzutrommeln und sie zu fleißigem Üben anzuhalten. Jedoch war es Anfang der 60er Jahre (!) schon bedeutend schwerer. Er führt in diesem Zusammenhang insbesondere die Hochkonjunktur der Stickerei, Radio und Fernsehen sowie die Tanz- und Schlagermusik als Gründe an.
Schließlich trat im Oktober 1967 Heinz Hämmerle (Küblar’s) ans Dirigentenpult der Jugendmusik. Da nicht genügend Jungen gefunden werden konnten, wurden neue Wege beschritten. Mit der Aufnahme von Mädchen hoffte man, eine brauchbare Lösung gefunden zu haben. Immerhin hatte man damals eine Flötistin und zwei Klarinettistinnen gefunden.
Neuer Schwung in die Jugendausbildung kam dann durch Kapellmeister Toni Huber im Jahre 1981, der in seiner ersten Vereinsleitungssitzung schon vorausschickte, dass sein Hauptaugenmerk in der Jugendausbildung liege. Im Oktober 1981 berichtete er dann, dass er bereits wieder eine spielfähige Truppe beisammen habe. In seiner Amtszeit als Kapellmeister absolvieren dann 38 Jugendliche das Bronzene, 17 das Silberne und 4 das Goldene Jungmusikerleistungsabzeichen.
Nach ihm übernimmt dann Christof Naier – zunächst unter Mithilfe von Stefan Benda - das Amt des Jugendkapellmeisters und ab hier habe ich die Entwicklung der Jugendmusik dann auch live miterlebt. Die Mitwirkung bei Herbstkonzert und Osterfrühschoppen war damals schon obligatorisch. Daneben erinnere ich mich an den für alle überraschenden Gewinn einer nagelneuen Trompete auf einem Marschwettbewerb und an den Beginn der legendären Jugendlager, das erste Ende Juli 1992 im „Heumöser“ im Ebnit. Seither finden alljährlich die legendären JUMULA statt, nur dass die damaligen Kinder heute allesamt Betreuer sind.
Schon 1993 wurden erste Gespräche geführt, eine zweite Jugendformation ins Leben zu rufen, die dann 1995 von Ivo Warenitsch realisiert wird und deren Leitung er seither – mit kleinen Unterbrechungen, in denen Gaby König-Warenitsch und Claus Karitnig tätig sind – bis 2009 innehatte. Der damalige Vizevorstand Walter Grabher übernimmt zu dieser Zeit das Amt eines „Jugendvorstandes“ und ist als solcher der erste Jugendreferent unseres Vereines.
Die weiteren Jugendkapellmeister waren Christian Purin, Claus Karitnig, Daniel Steinhofer und schließlich der Landesjugendreferent höchst persönlich, nämlich Josef Eberle. Auf Walter Grabher folgten als Jugendreferenten Irene Walser, Judith Hämmerle, Markus Grabher und schließlich Martina Hagen, der als Stellvertreter Ivo Warenitsch bis 2010 zur Seite stand. Die Hänschen-Klein-Musik stand von Januar bis August 2009 unter der Leitung der Musikschulpädagogin Anita Eberle. Seither fungiert wiederum Ivo Warenitsch als Leiter der Hänschen-Klein-Musik. Seit 2010 fungiert Sandra Waibel als stellvertretende Jugendreferentin.
Im Jahre 2007 finanzierte der Gönnerverein, der sich besonders der Förderung der Jugendarbeit angenommen hat, eine neue Oberbekleidung für die Jugendmusik, die im September 2007 im Rahmen der Fahnenweihe ihrer Bestimmung übergeben wurde.
Beim Landesjugendwettbewerb am 17. Mai 2009 in Götzis erreichte unsere Jugendmusik mit den Stücken "Oakdale Variations" (Pflichtstück, Christian Earl) und "Fiesta" (Fritz Neuböck) mit 85,0 Punkten in der Stufe CJ den 4. Platz. Im Februar 2010 übernimmt Michael Oss die Leitung der Hänschen-Klein-Musik, nachdem Anita Eberle am Jahresanfang die Leitung interimistisch von Ivo Warenitsch übernommen hatte.
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