Chronik des Jahres 2001 5. 1. 2001 - 54. Jahreshauptversammlung - Vereinsheim Mit teilweise errötenden Köpfen und beschämenden Blicken sehen einige unserer Mitglieder einer verlängerten Jahreshauptversammlung entgegen, denn der Chronist lässt ein ereignisreiches Jahr Revue passieren und benötigt dafür stolze 56 Minuten. In der Vereinsleitung findet ein Sesselrücken statt, denn Martina Hagen tauscht mit Sandra Hollenstein, Judith Fitz mit Irene Walser und Johannes Fitz mit Michael Oss. Wie bei solchen Tauschgeschäften üblich, erhalten die scheidenden Vereinsleitungsmitglieder je eine Flasche vom Feinsten und diese werden dann bis in die frühen Morgenstunden geleert.
11. 2. 2001 Eigentlich hätten wir an diesem Tag unser traditionelles Schirennen gehabt. Dachi Daniel hat es aber schon vorher geschafft, mit List und Tücke eine Verschiebung zu erreichen, damit an diesem Tag ein kleiner Störtrupp seinem Vater zum 60er gratulieren kann. Dieses Ständchen findet jedenfalls statt, das Schirennen fällt dafür aber für heuer im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser - Danke Daniel! 14. 3. 2001 - Ständchen 90 Jahre Rosa Bösch - Kaiser-Franz-Josef-Straße Unter der Stabführung von Graniti Daniel Steinhofer bringen wir der rüstigen Jubilarin ein zackiges Ständchen. Nachdem wir uns am reichen Kuchenbuffet gestärkt haben, verabschieden und bedanken wir uns mit einigen Auswendigen. 21. 4. 2001 - Gaissau - Trachteneinweihung Wir präsentieren erstmals unser neu einstudiertes Unterhaltungsprogramm und dieses kommt bei den wenigen Besuchern wirklich gut an. Die Kapelle, die anschließend zum Tanz aufspielt, vermag unsere Jungen dann aber kaum zu begeistern und so finden sich alle in der Kellerbar ein. Als Vize Erich um 0.30 Uhr, eh schon eine halbe Stunde später als ausgemacht, beginnt, die Horde in den Bus zu treiben, hat er keine Mühe, sich dabei unbeliebt zu machen. 22. 4. 2001 - Weißer Sonntag - Peter und Paul Bei Schneeregen treffen wir uns unterm Sutterlütti-Dach um die Erstkommunikanten in die Kirche zu geleiten. Hier präsentieren wir auch erstmals unseren neuen Fähnrich Kurt Grabher - Küblers Kurt. Da auch er weiß, das 90% des Erfolgs die Vorbereitung ist, soll er unveröffentlichten Meldungen zu Folge, tags zu vor bei unserem Ehrenmitglied Grabher Walter drei Stunden lang marschieren geübt haben. Anschließend treffen wir uns im Vereinsheim, wo Sophie bereits mit Kuchen und Kaffee auf uns wartet. Mittlerweile hat sich auch Hubers Werner zu uns gesellt und damit es nicht so auffällt, dass er die Ausrückung versäumt hat, hat er dazu extra die Uniform angezogen. Am Abend vorher war ausgemacht worden, dass uns unser Wirtschaftler Daniel zu diesem Frühschoppen einladen und die Zeche übernehmen werde. In seinem Übereifer muss er aber etwas falsch verstanden haben, denn er brachte auch noch zwei Torten mit, die er eigens bei Chrisi um teures Geld besorgt hatte. Und da er immer zu wenig sieht, hatte er zu später Stunde auch noch Martina Hagen motiviert, einen Kuchen zu backen, was diese um 3.00 Uhr morgens auch noch machte - dementsprechend sah er auch aus - der Kuchen. Detail am Rande: Dachi brachte Tage später die Tortenrechnung dem Kassier und ließ sie sich bezahlen. Das war nicht ausgemacht - wir hoffen du revanchierst dich ein andermal. 24. 4. 2001 - Ständchen 80 Jahre EM Schreiber Eduard - Vorachstraße Wir verbinden dieses Ständchen mit einer Marschprobe und marschieren deshalb vom Vereinsheim in die Vorachstraße, um dort unserem Ehrenmitglied zum Geburtstag zu gratulieren. Fähnrich Kurt macht, obwohl er seine Handschuhe vergessen hat, bei seiner ersten Marschausrückung seine Sache recht gut und auch wenn er manchmal außer Tritt ist, so liegt dies an Schlagwerker Philip, der links und rechts verwechselt. Gestärkt mit Leberkäse und Getränken treten wir bei Einbruch der Dämmerung dann den Heimweg an. 6.5. 2001 - Maiweckruf Gestärkt mit einem ausgiebigen Frühstück spendiert von Ehrenmitglied Ostis Hans machen wir uns fast pünktlich um 6.00 Uhr auf den Weg. Vorher müssen wir jedoch noch auf Stefan Hämmerle und Werner Huberle warten, die telefonisch geweckt werden mussten. Aber auch Fähnrich Kurt ist natürlich nicht der schnellste und merkt erst sau spät, dass er bei seiner zweiten Ausrückung schon zum zweiten Mal die Handschuhe vergessen hat. Das Motto: "Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Füßen", beweist auch unsere Aushilfe Peter Schelling, denn für seine Birne gibt es kein Barett. Dafür stinkt er schon am frühen Morgen zwischen den Beinen und so lautet das Kommando von Ivo im wahrsten Sinne des Wortes: "Habt acht, im Schritt, Furz" - sehr zur Freude von Peters Hintermännern. Nicht als Pfadfinder erweisen sich dann Ivo und Kurt, die mit der Fahne nebeneinander vorauslaufen, denn sie versäumen schon gleich mal die Jahnstraße, bringen uns dann aber zielsicher über den Blauen Platz, die Rathausstraße und Holzstraße in die Vorachstraße, wo unser Hellar Holzer bei Nachbar Fleisch die erste Labstation eingerichtet hat. Wir stärken uns bei belegten Brötchen, Kuchen und Kaffe, aber auch diversen Flüssigkeiten und bedanken uns frühmorgens mit einigen Auswendigen. Weiter geht's über die Brändlestraße ins Binsenfeld zu Geuslers Mario, wo sich wie bei "Sesam öffne dich" das Garagentor aufschiebt und wir von frischgebackenen Brötchen und Gebäck erwartet werden. Ein paar Häuser weiter hat Fonser's Heinz keine Kosten und Mühen gescheut und erwartet uns mit einer kompletten Gastronomiemannschaft, die uns jeden Wunsch von den Augen ablesen. Hier dürfen wir auch etwas länger sitzen bleiben. Die roten und weißen Grillwürste schmecken und zum Nachtisch lassen wir uns auch noch mit ausgezeichneten Kuchen und Torten verwöhnen. Auch Fonser's Hund langt ordentlich zu und lässt sich das Gefressene anschließend nochmals durch den Kopf gehen - genau vor die Füße des Chronisten, der fluchtartig den Standort wechselt bevor es ihm ähnlich ergeht. Einen kurzen Zwischenstopp legen wir dann in der Dornbirnerstraße bei Rüttners Hermann ein, dem wir zum 70er einen Marsch spielen - was ihn derart überrascht und vor allem freut, dass er spontan 5 Liter Schnaps spendiert - auch nicht schlecht, od'r? Drei Häuser weiter, in der Holzstraße, werden wir von Ferdi und Olgi Vetter und der Oss-Sippe erwartet. Man kredenzt Leber- und Brätspätzlesuppe, denn ein Süppchen tut jetzt doch schon einigen gut. Für unsere Schleckermäulchen gibt's dann noch ein Schleckereis zum Nachtisch, bevor wir uns nach kurzem Gebläse wieder gestärkt auf den Weg machen. Am Ende der Holzstraße biegen wir in die Rosenlärcherstraße, wo wir von Familie Jussel, vulgo Bock's schon mit diversen Getränken, vor allem aber mit erlesenen Bränden erwartet werden. Nach dem Widum haben wir in der Schillerstraße bei Familie König Siegfried wieder einen Halt. Die beiden Ex-Concordianer hatten schon Tage vorher telefonisch angefragt ob sie uns denn zu einem kleinen Umtrunk einladen dürften - wir sagen niemals nie. Den wieder einmal ohne Beanstandungen abgeschlossenen Maiweckruf lassen wir im Musiheim ausklingen. Um das leidige verwechseln der Uniformjacken zu vermeiden, lasse man am besten sein Händy im Sack, damit es dann beim anderen läutet und man die Verwechslung bemerkt. Diesen Ratschlag kann man bei Thomas und Dachi einholen. Königs Gaby hätte es aber nicht läuten gehört, denn sie absolvierte diesen Maiweckruf mit leuchtend gelben Ohrenstöpseln in den Ohren. Ein harter Kern hatte immer noch nicht genug und so wurde bei Holzer's Tamara weitergefeiert, und dort soll sich Junghornist und Alkohollizenzbesitzer Fink Daniel im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Elefant im Porzellanladen aufgeführt haben - ob er wieder eingeladen wird ist fraglich. Nochmals einen herzlichen Dank an alle Spender, aber auch an alle Vereinsmitglieder, nicht mehr getrunken zu haben, als mit Gewalt hinunterging, so dass wir diesen Maiweckruf ohne Exzesse beenden konnten. 16. 5. 2001 - Ständchen 90 Jahre Frau Erna Deflorian Dass Frauen manchmal längere Einkaufsfahrten unternehmen, musste Kassier Franz am eigenen Leib erfahren, denn er wartete in Hard auf sein Auto, mit dem seine Frau Gerti unterwegs war. Völlig aufgelöst und wie ein Formel-1 Pilot, aber doch zu spät, braust er daher, bevor wir Marcel Grabhers Oma musikalisch zum Geburtstag gratulieren können. 24. 5. 2001 - Hasenfeld Prozession Zusammen mit den heurigen Erstkommunikanten und der Pfarrgemeinde nehmen wir an der Christi-Himmelfahrts-Prozession teil. Fähnrich Kurt hat die Augen fest am Boden, um seine Füße nicht zu verwechseln und sieht deshalb nicht, dass auch im Hasenfeld die Bäume nicht nur in den Himmel wachsen, sondern auch nach unten hängen - was unseren Fahnenträger beinahe in gröbere Schwierigkeiten gebracht hätte. Als sich dann laute Schadenfreude breit macht, ist es ausgerechnet unser Vorstand und heiliger Hostienausteiler Anton, der mit einem lauten und gottesverachtenden "Kruzifix" wieder für Ruhe sorgt - Gottesmänner sind eben doch nur Vogelmänner. 27. 5. 2001 - Frühschoppen Schwarzach Die Schwarzacher Dorfmusikanten haben ein neues Vereinsheim erhalten und wir gestalten den Frühschoppen unter Leitung unseres unsagbaren Kapellmeisters Ivo Warenitschitsch. Aber auch Frau Kappellmeister Gaby ist kaum wieder zu erkennen. Sie hat eine neue Sommeruniform kreiert und zeigt in ihren kurzen Hosen in Kombination mit Uniformhemd und Schlapphut viel nackte Haut - Schlagwerker waren eben immer schon was Besonderes. Einige unserer alternden Jungen erweisen sich immer noch sportlich und sind mit dem Fahrrad nach Schwarzach gekommen. Auf dem Heimweg werden sie dann zu Kavalieren und lassen Irina, Julia und Mirjam kurzerhand auf ihren Ständern mitfahren. Graniti scheint plötzlich Konditionsschwächen aufzuweisen, denn er wird immer langsamer und langsamer - kein Wunder, denn Mirjiams Schuh hat sich derart in den Speichen verklemmt, dass nichts mehr ging, außer der Schuh aus dem Leim. Noch fanden sie es zum Lachen - aber liebe Mirjam, die Moral von der Geschicht': "Wer kommt mit kaputten Schuh'n nach Haus, geht am Abend nicht zum Grillen an den Rhein hinaus." 15. 6. 2001 - Dämmerschoppen - Vereinsheimplatz Diese Veranstaltung findet zum ersten Mal statt und auch zum ersten Mal auf unserem Vereinsheimplatz. Wir haben in Sophies Garten eine Bühne gebaut, Masten gestellt, Lichterketten aufgehängt und der Platz ist kaum wiederzuerkennen. Auch ist es ein wunderbarer Sommerabend, wären da nicht die aufziehenden, kohlschwarzen Wolken. Der Platz ist randvoll mit Besuchern gefüllt und Hänschenkleinmusik, Jugendmusik und auch der große Verein sind gerüstet. Um 22.00 Uhr beginnt es mit großen Tropfen und artet gleich in einen Sturm aus, so dass wir fluchtartig die Bühne räumen müssen. Viele finden sich in der Bar wieder, so auch Fitz Johannes und als er seinen Frust mit einem Whisky-Cola hinunterspülen will, kassiert Barmaid Martina stolze 85.- was ihn erst recht frustriert. Und genau diese Martina war es, die zusammen mit Fitz Judith einen Schminkstand eingerichtet hatte und vielen Kindern eine lustige Maske verpasste. Als ein kleines Männlein anschießend als Katze geschminkt in den Spiegel schaute, war es derart entsetzt, dass es einen Schreikrampf bekam und auch von seinen Eltern kaum noch beruhigt werden konnten. 24. 6. 2001 - Bezirksmusikfest Alberschwende Schon am späten Vormittag sind wir bei Festführer Gebhard Hopfner zum Mittagessen geladen. In seinem Party-Stadl werden wir mit Gulasch verwöhnt und unser Festführer ist sehr darauf erpicht, dass niemand Durst leidet, weshalb wir auch schon in bester Stimmung sind und zum Nachtisch die ersten Auswendigen spielen. Unser Junggeselle und Gulasch-Kleckermaul Günti Fitz hat derweil große Wäsche und hängt sein frisch gewaschenes Hemd zum Trocknen an die Leine. In letzter Minute begeben wir uns zum Aufstellungsort für den Umzug. Dort schleppt unser Festführer "kühle" Pfiff herbei, die er dort für uns deponiert hatte, um uns das Warten bei diesen sommerlichen Temperaturen etwas zu erleichtern. Er wird aber arg enttäuscht, denn Vorstand und Kapellmeister haben keinen Durst und wir deshalb auch nicht. Höhepunkt des Umzugs ist dann das Gemeinschaftskonzert in der Arena. Unter dem Motto "Und ewig singen die Wälder" stehen wir in der brütenden Hitze und lassen Musik von einst und jetzt über uns ergehen - jetzt wären die kühlen Pfiff gefragt, und wenn es nur gewesen wäre, unsere qualmenden Schuhsohlen damit zu kühlen. Endlich dürfen wir dann ins Festzelt und hier wächst Festführer Gebhard wahrlich über sich hinaus. Er und die beiden Festjungfern, um die sich Wirtschaftler Daniel in rührender Weise kümmert, entschädigen uns ordentlich für unsere Plagen. So ist es kein Wunder, dass es auf Unverständnis stößt, dass der Bus wie ausgemacht um 18.00 Uhr abfahren soll. Dieser fährt auch wirklich, aber nur halb voll. Auch der Chronist wäre gerne pünktlich mit dem Bus nach Hause gefahren, aber bis er jedem erklärt hat, dass und wieso der Bus wirklich zu dieser Zeit abfährt, ist der Bus auch weg und es bleibt ihm und den restlichen Musikanten nichts anderes übrig, als sich in der Bar zu trösten und sich über den Heimweg Gedanken zu machen. Dort trifft man auch den Bucher Peter mit glasigen Augen und zerrissenem Hemd. Wahrscheinlich aus Mitleid mit dieser Kreatur will ihn unser Fux auf einen Drink einladen. Der ungestüme Bucher will jedoch selbst einladen, entreißt ihm die Geldtasche und zerquetscht sie, wie einst der Seewolf die Kartoffel. Scheckkarte und Kreditkarte überleben diesen Kraftausbruch jedenfalls nicht. Ende Gut alles Gut - wir können dann mit dem Concordia-Bus nach Lustenau mitfahren, denn die durften etwas länger bleiben als wir. 1. 7. 2001 - Patrozinium - Pfarre Peter und Paul Wie jedes Jahr spielen wir in "Pfarrars Hoschtat", müssen jedoch bis 10.45 Uhr warten, bis der Gottesdienst fertig ist. Da wir schon um 12.30 Uhr mit dem Bus nach Wolfurt fahren, geben wir beim Frühschoppen Vollgas und finden auch noch in Dir. Otto Wund und Frau Dr. Metzler zwei Geburtstagskinder, die uns für ein kleines Geburtstagsständchen eine Spende für einen Briend zukommen lassen. 1.7. 2001 - Bezirksmusikfest Wolfurt Beim Umzug sind wir sicher die einzige Kapelle, die ohne Kopfbedeckung marschiert, denn unser sonst so militärischer Vogelmann hat angeordnet, ohne Barett zu marschieren. Auch Tamara Holzer hat sich eine neue Variante der Sommeruniform kreiert, denn sie hat sich zusätzlich noch einen farblich passenden Jeansrucksack umgeschnallt in dem sie wahrscheinlich Barett und eine kleine Jause und was zum Trinken mitführt. Unser Fähnrich Kurt träumt wahrscheinlich schon von einem kühlen Bierchen, versäumt deshalb loszumarschieren und wird prompt vom Festführer über den Haufen gerannt. Im Festzelt werden wir dann von Festführer Eberle Konrad - LagerTechnik Wolfurt - verwöhnt. Es gibt zwar keine Bons, aber es kann jeder einfach bestellen, was und soviel er will. Als Kostverächter entpuppt sich dann Daniel Hämmerle. Hatte er sich in Alberschwende noch so liebevoll um die Festjungfern gekümmert, so zeigt er diesen jetzt die kühle Schulter, obwohl diese in ihren bauchfreien Blusen viel, ja sogar sehr viel nackte Haut zeigen, was unseren Dachi aber nicht unbedingt erregen kann. Das Busproblem lösen wir diesmal durch Abstimmung, indem wir erst am Festplatz ausmachen, wann wir fahren wollen. Auch dieser Dachi Daniel setzt sich heftig für eine möglichst späte Abfahrt ein, bittet aber dann Familie Fux, unmittelbar nach der Verabschiedung des Festführers, mit ihnen nach Hause fahren zu können - schon komisch. 13. 7. - 15. 7. 2001 - Sommerfest beim Vereinsheim Da wir vieles noch vom Dämmerschoppen her installiert ist, halten sich die Aufbauarbeiten diesmal in Grenzen. Trotzdem gibt es einiges zu tun und unter dem Motto: "Packen wir's an", wird Daniel Hämmerle, seines Zeichens großer Planungsingenieur, beobachtet, wie er das Aufstellen der Mohrengarnituren mit dem Meterstab nachmisst. Detail am Rande: Die Glassammler kommen mit ihrem nigel-nagel-neuen Einkaufswagen aber trotzdem nicht durch die Reihen. Wieso er dazu nicht sein Augenmaß verwendet, wird erst klar, als er stur und steif behauptet, der Telefonmast in der Mitte des Platzes, wäre oben mindestes 1m aus der Mitte und das bei 4m Höhe. Er lässt sich erst davon überzeugen, als ihm der ganze Verein bestätigt, dass er wirklich bolzengerade steht. Doch am Freitag Abend sind wir fertig und es ist wirklich alles im Lot. Vor Festbeginn fährt dann der Bus mit der Stadtkapelle Weiler im Allgäu vor. Da bei uns an diesem Abend aber der Musikverein Bildstein spielt, schicken wir sie in die Sandstrasse zur Konkurrenz, wo sie hingehören - wir sind ja keine Unmenschen. Die Bildsteiner machen gemütliche Unterhaltungsmusik und obwohl sie von Privatkellner Erich dem Fux bestens bedient und verpflegt werden und Fähnrich Kurt noch eine Runde Schnaps serviert, lässt es sich Irene Walser nicht nehmen, am Ende noch die Bühne zu besteigen und die Bons an die teilweise schneidigen Bildsteiner zu verteilen - mit Hintergedanken? Anschließend gestalten die Vorarlberger Spatzen den Abend. Auch der Samstag steht ganz im Zeichen der Vorarlberger Spatzen. Der Festplatz ist gut gefüllt und auch der Umsatz ist dementsprechend gut. Nicht zuletzt Dank Jens Weber, der zu späterer Stunde Bier herauslässt, sich umdreht um es zu servieren und dabei einfach den Hahn offen lässt - Gott sei Dank ist Claus Karitnig geistesgegenwärtig und vor allem nüchtern, so dass er den Schaden in Grenzen halten kann. In der Bar spielen sich währenddessen großstadtähnliche Szenen ab, denn diese steht heuer unter dem Motto "Love Parade". Unsere Barmannschaft ist kaum wiederzuerkennen und mit etwas Phantasie riecht es sogar etwas warm uns süßlich. Zu Mitternacht wird dann als Höhepunkt noch ein klassischer Table-Dance geboten bei dem Petra Holzer fast die allerletzten Hüllen fallen lässt. Der Sonntag beginnt mit Regen und wir müssen nicht lange überlegen - der Frühschoppen entfällt. Wir genehmigen uns selber ein Frühstück mit Kuchen und Kaffe, kalten Würsten mit Senf und Ketchup und allem, was halt dazugehört und vor allem vorhanden ist. Dann beginnen wir mit dem Abbrechen, damit am Montag nicht mehr so viel zu tun ist. Dabei wird dann ausgerechnet unser Wirtschaftler Daniel beobachtet, wie er einen Stapel Mohrenbänke nochmals umstapelt, weil er falsch angefangen hat - so was muss man eben in jungen Jahren lernen. Am Montag kann die Abbruchmannschaft nach getaner Arbeit die Einladung unseres Ehrenmitgliedes und Lagerschuppenbesitzers Heinz Hämmerle dankend annehmen und so beim Kübler am Wiesenrain bei einer gemütlichen Grillerei das Fest ausklingen lassen. Die nun beginnende Sommerpause möchte ich wiederum dazu nützen um einige Anekdoten aus dem Vereinsleben zu erzählen, die zwar nirgends dazu passen, aber einfach so passiert sind : Als Barbara Kancz nach einjährigem Auslandsaufenthalt aus England zurückkehrt, begrüßt Hellar Holzer deren Schwester Ursula auf das allerherzlichste. Was Kapellmeister Ivo damit meint, als er auf einer Probe verkündet, dass wir uns die Pause in die Haare schmieren können, ist sicher Auslegungssache. Als nach einer Ausrückung unser Senior Werner Hämmerle fürsorglich zu seinem Sohn Philip sagt: "I han dänn s'Autö bir Poscht parkat", antwortet Philip trocken: "I woös Papa, i bin jo mit dr heör gfarö". Unser Jungpensionist Hellar kommt am Freitag nur deshalb nicht auf die Probe, weil er Sammeln geht und dabei denkt es sei Donnerstag. Am 18. 7. 2001 feiert unser Vorstand Toni Vogelmann seinen 60. Geburtstag. Wir bringen ihm ein Überraschungsständchen und damit es wirklich eine Überraschung wird, sagen wir auch seiner Marianne nichts. Er ist wirklich überrascht und sehr erfreut, Marianne hingegen ist wirklich überrascht und sehr sauer. Sie kann sich nicht vorstellen, dass man so ein Geheimnis wirklich für sich behalten kann. Auf die Schnelle werden Tische und Bänke organisiert, und da man natürlich nicht Verpflegung für 40 Leute im Haus hat, lässt man sich nicht lumpen und gibt beim Pizzaservice eine Großbestellung auf. Als jemand auf der Probe was wissen will, fühlt sich auch die sonst eher schüchterne Ursula Kancz ermutigt und meint: "Wenn man hier schon Fragen stellen darf, dann hätt' ich da auch noch eine Frage." Zum Zeichen der Trauer trägt unsere nigel-nagel-neue Klarinetterin Theresa Fitz bei ihrer ersten Ausrückung, einer Beerdigung, schneeweiße Socken - bei manchen Glaubensgemeinschaften sei weiß die Farbe der Trauer - zu unserer Uniform passen aber dunkle Socken besser. 17. 8. 2001 - Probenwochenende Bezau Unsere Jüngsten verbringen heuer ihr "Musilager" im "Haus Kanisfluh" in Bezau. Am Donnerstag findet dann ein Abschlusskonzert statt und es werden Mohrengarnituren benötigt. Dachi Stefan fährt dazu extra nach Lustenau ins Vereinsheim - wahrscheinlich um zu zählen, dass wir dort 10 Garnituren haben. Dann fährt er wieder nach Bezau und ruft unseren Vize Erich in Lustenau an, er solle doch bitte die 10 Garnituren am Abend mit nach Bezau bringen. Dieser kann nun einen Hänger organisieren und mit seinem alten Diesel-Passat die schwere Last nach Bezau schleppen, dass es raucht und qualmt. Als kleine Entschädigung versichert dieser dann am nächsten Tag, nochmals einen Hänger mitgebracht zu haben. Er macht dies so glaubwürdig, dass Stefan Hämmerle und Johannes Fitz verzweifelt beginnen ein Auto mit Anhängerkupplung zu suchen aber keines finden, also ein Hänger zuviel - ja, nicht umsonst wird unser Vize der schlaue Fux genannt. Um das Haus optimal zu nützen, dürfen sich auch die Alten am Freitag Abend dort zu einer Vollprobe einfinden. Anschließend werden wir von den Köchen Renate und Imbert Böhler mit einem feinen Essen für unsere Mühen belohnt. Ja, und dann befolgen wir die Anordnungen unseres Vorstandes, denn er hatte in einem Schreiben gewünscht, man soll es gemütlich haben und Kartenspielen - und das machen wir auch - bis 5.00 Uhr in der Früh. Dass Rauchen die Gesundheit gefährdet und vor allem nichts für die Schönheit kleiner Mädchen ist, demonstriert uns dann noch unsere Julia Sperger sehr anschaulich, denn sie zündet sich beim Zigarettenanzünden ihre strohblonden Haare an, dass es raucht und qualmt. 29. 8. 2001 - Beerdigung Hagen Rudi Wir geleiten unseren langjährigen Gönner und Vater unserer Martina auf seinem letzen Weg zur ewigen Ruhe. 1. 9. 2001 - Altstätten Wir nehmen an den 125-Jahr-Feierlichkeiten der Stadtmusik Altstätten teil. Wir haben Glück, denn auf das im Vorfeld angekündigte Alkoholverbot wird dankenswerterweise verzichtet. Trotzdem sind alle Musikanten voll bei der Sache und es wird den müden Schweizern ordentlich eingeheizt. So auch Jungtrompetererin Vanessa Waibel, denn sie ist bestens vorbereitet und hat sich für's Solo bei Hootenanny extra einen kleinen Schwindelzettel geschrieben. 7. 9. 2001 - Sommer am Platz - Blauer Platz Trotz der widrigen Wetterverhältnisse sind doch noch recht ordentlich Zuhörer gekommen. Unser Conferencier Vorstand Anton erzählt dem Publikum mal wieder alle interessanten und uninteressanten Intimitäten unseres Vereines. Als dann unser Thomas Kutz Grabher anlässlich der Geburt seines unehelichen Sohnes Marcel, den er zusammen mit unserer Claudia Vetter gezeugt hatte, ein kleines Geschenk überreicht bekommt, empfiehlt er diese Schwarzmauserei dem ganzen Publikum zur Nachahmung. Nun ja ein paar Kandidaten hätten wir ja noch im Verein. Gut einstudiert war dann auch die Soloeinlage der Trompeter, denn alle drehen sich um , nur Heller bläst stur in die andere Richtung - nicht mal das Publikum glaubt, das dies so sein soll. 22. 9. 2001 - 1. Cup-Bewerb Schiessen Schon zum 4. Mal findet dieser Bewerb am Schießstand beim Kobler statt und wir lassen uns dort vom Team der Schützengilde betreuen und verwöhnen - Danke dafür. Zur Abwechslung gewinnt Uwe Ritter vor Petra Holzer und dem 3-maligen Sieger Erich Scheffknecht, der heuer die Jagdprüfung gemacht hat und deshalb, wie er sagt, den jüngeren den Vortritt lässt. Bei genauer Betrachtung der Rangliste stellt man fest, dass alle Teilnehmer vor Querflötistin Eveline Hämmerle platziert sind. 14. 10. 2001 - Kilbi Lustenau Es hat zuerst den Anschein, als ob wir vor vollem Bierfass verdursten müssten, denn vor lauter Nebel kann das Flugzeug, das den Fallschirmspringer mit der rettenden Pipe bringen hätte sollen, nicht starten. Dies kann aber Graniti Steinhofer und Störkonsorten nicht davon abhalten, sich eine Kilbitüdr zu kaufen und damit schon vor Spielbeginn einen saumäßigen Krawall zu machen. Auch Vorstand Toni fühlt sich noch etwas kindisch oder zumindest jugendlich, jedenfalls will der angehende Pensionist in einem Satz auf die Bühne springen, ist natürlich ca. 10cm zu kurz und wird mit dem Schienbein am Bühnenrand streifend wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt - sprich auf den Blauen Platz. Er zieht sich dabei eine klaffende Wunde am Schienbein zu, die einen Monat später, beim Herbstkonzert immer noch recht grauslig ausschaut. Während wir vor tausenden von Leuten spielen, die alle mehr oder weniger desinteressiert an uns vorüberziehen und nur Augen für die unzähligen Kilbistände haben, aber keine Ohren für uns, hat sich der Nebel gelöst und es wird ein wunderbarer sonniger Herbsttag. Von diesen herbstlichen Sonnenstrahlen inspiriert, lässt sich nach dem Spiel der gesamte Verein geschlossen zu einer Karussellfahrt überreden. 27. 10. 2001 - Beerdigung EM Vladimr Danek Wir geleiten unseren Gönner und langjähriges Ehrenmitglied auf seinem letzten Weg zur ewigen Ruhestätte am Friedhof Peter und Paul. Beim anschließenden Totenmal im Restaurant Rathaus erinnern sich einige der älteren Mitgliedern gerne an die Feste, die wir in Bockis düsterer Kellerbar feiern konnten 4. 11. 2001 - Kriegerehrung Wir gestalten zuerst den Gottesdienst und nehmen anschließend, während wir der Verstorbenen der beiden Weltkriege gedenken eine halbe Stunde Geschichtsunterricht bei HS-Lehrer i.R. Josef Grabher. Ein anderer Grabher, nämlich Thomas, der ausnahmsweise zu spät zum Gottesdienst kam, fragt danach ganz selbstverständlich: "wou goht ma nooch?" - es muss ihm entgangen sein, dass seit vielen Jahren nach dieser Veranstaltung eine Probe ist. 10. 11. 2001 - Probennachmittag und Cup-Bewerb Kegeln Wir treffen uns bereits nach dem Mittagessen im Musiheim zu Kaffee und Kuchen. Vorher und nachher müssen wir jedoch noch eine Probe über uns ergehen lassen. Am Abend haben wir uns dann aber wirklich eine Pizza auf Vereinskosten verdient. Diese nehmen wir im Sporthotel zu uns, wo wir auch den Cup-Bewerb Kegeln durchführen. Es gewinnt Familie Kapellmeister, das heißt, Ivo Warenitsch vor Gaby König. Auch Thomas Grabher beweist, dass er eine Ahnung vom Schieben einer ruhigen Kugel hat und wird Dritter. Viel gelernt hat auch Freundin Claudia Vetter, die im zarten Alter von 18 Jahren zum ersten Mal hört, dass man beim Kegeln nicht an die Bande schießen darf, weil es sonst nicht gilt. Eher auf Show ausgerichtet ist Günti Fitz, denn er hätte Stilnoten für seine Pirouetten gekriegt - genützt hat es aber nichts, denn er wird Letzter. 17. 11. 2001 - Herbstkonzert Schon die Generalprobe dauert etwas länger - nicht zuletzt weil es galt, die größten und besten Rindvieher unseres Vereines zu ermitteln. Übrigens: Die größten Rindvieher unseres Vereines sind Vogelmann Anton, Huber Werner und Johannes Fitz. Am Samstag treffen wir uns dann bereits um 18.00 zum Einstimmen, damit wir von 19.00 - 20.00 Uhr noch Zeit haben, ein bisschen herumzustehen und uns mental auf das Konzert vorzubereiten. Unsere 40-köpfige Jugendmusik unter Daniel Steinhofer leitet das Konzert ein und auch Ivo kann vor ausverkauftem Saal stolz auf seinen großen Haufen sein. Nach der Pause wird dann unser Senior Werner Hämmerle für 50 Jahre Blasmusik geehrt - da zeigt sich erst, wie alt unser Werner wirklich ist. Als kleines Dankeschön erhält er von uns den "Ehrenring des Musikverein Lustenau" und darf den 92er Regimentsmarsch dirigieren, wobei er jedem Kapellmeister die Show gestohlen hätte - er hat sicher zu Hause vor dem Spiegel geübt. Höhepunkt war dann die Uraufführung des Stückes "BSE" vom jungen tiroler Komponisten Peter Engl - ein Stück das über Entstehung und Werdegang der gefährlichen Rinderseuche melodierte. Wir mussten stöhnen, muhen und die unmöglichsten Geräusche von uns geben. Das tiefe, endloslange Röcheln in den unendlich stillen Pausen stand jedoch nicht in den Noten - das war nur unser Kassier Franz Winter, der wie ein alter Asthmatiker nach Luft röchelte um seine langen Töne aushalten zu können. In weiser Voraussicht wurden dann beim anschließenden Buffet im kleinen Saal zwar Schweinsschnitzel und Putengeschnetzeltes, aber kein BSE-Rindfleisch serviert. Bei Ivo zu Hause, wo wir anschließend noch geladen waren, ließen wir dann nach Mitternacht diesen Abend bis in den frühen Morgen hinein ausklingen.. 1. 12. 2001 - Gedächnisgottesdienst Wir gestalten den Gottesdienst in der Kathedrale zu Peter und Paul und gedenken dabei der Verstorbenen aus unserer Vereinsfamilie. Wie üblich sind wir schon 45 Minuten vorher parat. Nur unsere beiden jungen Schlagwerker Johannes Hämmerle und Florian König warten noch etwas schüchtern und hilflos auf ihre Instrumente, die Schlagwerkchef Philip bringen sollte. Unter dem Motto: "Immer auf die Kleinen", nützt Ivo diese Gelegenheit, um die beiden so zusammenzuscheißen, dass beide eine knallrote Birne bekommen. "I bin Kapellmeister, nid Schlagwerker" - jedoch ist zu bedenken, was ein Kapellmeister ohne Schlagwerker macht. Anschließend ist der ganze Verein und noch viele mehr zu den Festivitäten rund um die 50-Jahr-Feierlichkeiten unseres frischgebackenen Ehrenringträgers Werner Hämmerle geladen. Konsums haben sich wieder mal nicht lumpen lassen, und im Vereinsheim ein pompöses Fest organisiert. Für's leibliche Wohl ist in gewohnter Manier bestens gesorgt, aber auch Rahmenprogramm wie Büttenredner und Störtruppgebläse lassen es uns bis in die frühen Morgenstunden hinein aushalten. Nochmals Gratulation und herzlichen Dank für die vergangenen 50 Jahre. 21. 12. 2001 - Ständchen 70 Jahre EM Hans Prantl Bei tiefen Minusgraden gratulieren wir unserem ehemaligen Schlagwerker zum 70. Geburtstag. "Dar Blau" wie wir ihn kennen, ist sichtlich erfreut und gerührt und darf mit Tränen in den Augen auch noch einen Marsch dirigieren, ehe wir uns in der Regina erwärmen und bei einer improvisierten Weihnachtsfeier das vergangene Vereinsjahr abschließen. In der Hoffnung, niemanden vergessen zu haben, möchte ich mich abschließend bei allen bedanken, die durch ihr Benehmen so freundlich waren, mir das Schreiben der Chronik wieder sehr leicht zu machen und gleichzeitig versichern, dass es sich bei diesem Bericht um die reine Wahrheit und nichts als die reine Wahrheit handelt. Lustenau, 31. 12. 2001 Der Chronist - Erich Scheffknecht |