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von Ehrenvorstand Anton VOGELMANN

1985

Der Altersdurchschnitt aller Vereinsmitglieder beträgt zu Jahresbeginn 31,3 Jahre, wobei an der Spitze die Flöten mit 18,3 Jahren liegen. Das Schlusslicht stellen die Posaunen mit 49 Jahren dar. Auszug aus dem Vorstandsbericht: „Wer nichts gegen die eigenen Fehler und Mängel unternimmt, handelt fahrlässig und unkameradschaftlich, ganz besonders dann, wenn er die entsprechenden Fähigkeiten besitzt, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.“ Am 31. März spielen wir beim Empfang des Weltcupsiegers Marc Girardelli vor dem Lustenauer Rathaus auf. Am 1. Juni spielen wir beim Musikfest in AU/SG und am 20. und 21. Juli fahren wir zu unseren Freunden nach Bischweier im Baden-Württemberg. Am 6. Oktober untermalen wir eine Veranstaltung beim Schäferhundesportverein an der Hohenemserstraße. Erstmals erwirbt ein junges Vereinsmitglied des MVL, nämlich Ivo Warenitsch auf der Klarinette, das Jungmusikerleistungsabzeichen in Gold, und das sogar mit Auszeichnung.

1986

Das ganze Kalenderjahr 1986 steht schwerpunktmäßig unter den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des MVL. So werden beim Festakt am 30. März im überfüllten Kronensaal vor zahlreichen geladenen Ehrengästen einige unserer Mitglieder durch den Verbandspräsidenten Dr. Walter Fehle für langjährige Treue und aktive Mitarbeit in einem Blasmusikverein ausgezeichnet: Für 40 Jahre erhalten Ernst Hagen und Hermann Vetter das Goldene Ehrenzeichen, für 25 Jahre können Ernst David, Walter Grabher, Alfons Hagen, Josef Hammerschmid, Heinz Hämmerle, Hans Prantl, Herbert Ritter und Anton Vogelmann das Ehrenzeichen in Silber entgegennehmen. Beim eigentlichen Jubiläumsfest vom 6. bis 8. Juni in der Rheinhalle können wir gemeinsam mit der ganzen Gemeinde den 100. Geburtstag unseres ältesten noch lebenden ehemaligen Vereinsmitgliedes Karl Bösch feiern. Nur eine Woche später, am 14. Juni, feiern unser Cheforganisator Hans Scheffknecht (Schlossers) und seine Christel (Vikussens) mit ihrem MVL das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Noch im gleichen Jahr aber, am 8. November müssen wir völlig überraschend „Schlossers Hans“ auf seinem letzten Gang begleiten. Dem VN-Herausgeber, Herrn Kommerzialrat Eugen Russ, seit Jahren ein Freund und Ehrenmitglied des MVL, bringen wir am 11. September zum 75. Geburtstag in Bregenz ein Ständchen dar. Sogar der Haflingerzuchtverein schätzt am 5. Oktober die Mitwirkung des MVL bei der Pferdeausstellung im Mühlefeld.

1987

Bei der JHV am 9. Jänner wird ein Drittel der Vereinsleitung neu gewählt. Auch in der Heimbetreuung gibt es im Jahresverlauf einen Wechsel zu Emmi Haller, welche in der Folge viele Jahre hindurch zu Haus und Garsten schaut. Weiterhin nicht zufriedenstellend gelöst ist die brennende Jugendkapellmeisterfrage. Besonders viel Applaus und Gelächter erntet unsere Laienspielgruppe bei ihrem Auftritt im Rahmen der Preisverteilung nach dem Skirennen im Gasthaus Taverne: Im „selbstgeschnitzten“ Heimatstück mit dem Titel „Heidi, ein Mädchen aus den Bergen“ sorgen Heidi (Walter Grabher im Dirndl mit Schnauz und Zöpfen), der Geißenpeter (Küblers Heinz mit einer echten Geiß namens Arlette aus dem Stall von Tavern-Nachbar Germanusso Tauni), und der Almöhi (Beppo Hammerschmid) für nicht enden wollende Lachstürme. Der 20. April ist ein historisches Datum für den MVL und die Gemeinde Lustenau: Unser Osterfrühschoppenkonzert als Testveranstaltung im neuen Reichshofsaal sprengt mit geschätzten 700 bis 800 neugierigen Besuchern alle Erwartungen. Dabei müssen noch viele unverrichteter Dinge wieder nach Hause, weil einfach nicht einmal mehr ein Stehplatz zu ergattern war. Und wieder rufen uns die Freunde aus Wernau: Vom 29. bis 31. Mai finden neuerlich die Internationalen Musiktage unter Mitwirkung des MVL statt. Auch der5. Juni geht mit Recht in die Annalen des MVL ein: An diesem Tag findet die erste MVL-interne Hochzeit statt: Die Klarinettistin Brigitta Fessler (Elektro-Fessler) ehelicht den Trompeter Imbert Vogel (Rosenwirts) in der Bergkirche von Eichenberg unter tatkräftiger Mithilfe des Musikverein Lustenau und des Brautvaters Roland. Am Tag darauf haben wir beim Derby Austria gegen FC in einem Festzelt für Stimmung und Umsatz zu sorgen. Mit zwei Bussen reisen wir mit unseren Partnern vom 10. bis 13. Juli ins Burgenland, wo wir den alten Fürstensitz Eisenstadt mit seinen Sehenswürdigkeiten, den Eisernen Vorhang bei Schattendorf, die Burg Forchtenstein und natürlich auch einen Weinkeller besichtigten. Einen musikalischen Einsatz bestreiten wir beim Feuerwehrfest in Wiesen. Auch der Herbst fordert uns einiges ab: Am 5. und 6.September helfen wir sowohl musikalisch als auch als Arbeitskräfte beim Landestrachtentag mit, eine Woche später gilt es den Einzug des neuen Pfarrherrn im Hasenfeld Mag. Willi Schwärzler würdig zu umrahmen. Und schon am anderen Morgen spielen wir bei der Fahnenweihe der Schützengilde Lustenau. Das Wochenende darauf feiert der FC Lustenau sein 90-jähriges Bestehen, wo wir unseren Teil dazu beitragen, und wieder eine Woche später wird der Gewerbeverein 125 Jahre alt, wobei wir die aus gegebenem Anlass veranstaltete Handwerksausstellung eröffnen. Im Jahre 1987 finden außerdem diverse Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums 1100 Jahre Lustenau statt, wo immer wieder der MVL gefordert ist. Eine Bergmesse auf dem „Fähnle“ gilt eher als willkommene Abwechslung. Zur Kilbieröffnung werden Heinz Hämmerle und Rudolf König mit ihren Instrumenten von der Drehleiter der Lustenauer Feuerwehr in schwindelerregende Höhe gehievt, von wo sie mit schlotternden Knien das Kilbi - Eröffnungssignal über die Dächer Lustenaus klingen lassen. Für das erste Herbstkonzert im Reichshofsaal ist es notwendig, als Neuerung einen Kartenvorverkauf einzurichten. Geehrt wird heuer für 40 Jahre Karl Keck und Rudolf König, für 25 Jahre Hans Fitz.

1988

Endlich kann das Amt des Jugendkapellmeisters mit Christof Naier entsprechend besetzt werden. Ihm zur Seite wird als Jugendbetreuer Stefan Benda gestellt. Als Vertretung während des Präsenzdienstes der beiden übernehmen Hans König und Werner Huber (Senn) deren Agenden. Die Planung für das erste Sommerfest im Jahre 1989 unter dem Motto „20 Jahre Vereinsheim“ laufen an. Im Vereinsheim muss die Heizung saniert werden. Vom 11. bis 14. April finden die Vorbereitungen für den „Musikantenstadl“ in der Rheinhalle statt. Dazu mussten wir zunächst zum ORF zur Aufnahme jener Märsche, welche wir dann beim Auftritt „zu spielen“ hatten. Dauer: Ein Abend lang. Dann war ein Abend lang „Proben in der Rheinhalle“ mit viel toter Zeit angesagt. Am nächsten Tag war Generalprobe mit Publikum und dann galt es ernst: Abends Live-Auftritt im Fernsehen. „Eine Runde Getränke“ vom Regisseur Kurt Pongratz für besonders geduldiges Zuwarten steht trotz schriftlicher Erinnerung heute noch immer aus. Der Maiweckruf wird heuer probeweise einmal am Samstag Nachmittag durchgeführt. Am 12. Juni beim Kreismusikfest in Waldburg/RV erringen wir mit 118 von 120 möglichen Punkten unter der routinierten Leitung von Kapellmeister Toni Huber in der Höchststufe einen 1. Rang mit Auszeichnung. Im Oktober spielen wir Unterhaltungsmusik beim Weinfest in Bochingen im Schwarzwald. Hans König wird beim Herbstkonzert für 40-jährigen treuen Dienst in der Blasmusik das Goldene Ehrenzeichen an die Brust geheftet.

1989

Im Schuljahr 1988/89 verzeichnen wir 38 Musikschüler. Der 17. Juni bringt uns einen massiven Vereinseinsatz: Um 10.00 Uhr spielen wir zur Eröffnung des sanierten Parkbades, nachmittags ein Promenadenkonzert in den Bregenzer Seeanlagen und abends bringen wir einer betagten Mitbürgerin ein Geburtstagsständchen dar. Am 24. Juni dürfen wir unserem Vereinssenior Karl Bösch zur Vollendung des 103. Lebensjahres musikalische Glückwünsche überbringen. Es sollte, wie sich später herausstellt, das letzte Ständchen sein. Zuvor jedoch umrahmen wir die Einweihungsfeierlichkeiten der Rosenkranzkapelle im Ochsenvorach. Das Liechtensteinische Verbandsmusikfest in Schellenberg besuchen wir am 1. Juli, während wir am 8. Juli beim 90-Jahr-Jubiläum des Musikverein Concordia Lustenau mitwirkten. Vom 14. bis 16. Juli veranstalten wir das erste Sommerfest im Hof der Volksschule Hasenfeld, dem noch viele folgen werden. Im November müssen wir uns schweren Herzens von unserem Jungposaunisten Andreas Grabher auf dem Friedhof Hasenfeld verabschieden. Erstmals in der Vereinsgeschichte bringen wir das Herbstkonzert wegen des vorjährigen Andranges an zwei aufeinander folgenden Tagen zur Aufführung. Auch die Jugendmusik unter Christof Naier wirkt mit. Die Jugend veranstaltet am 16. Dezember auch eine Weihnachtsfeier für die Vereinsfamilie. Verantwortliche Organisatoren waren außer Christof Naier noch Stefan Benda und Alexander Jursche.

1990

Den Aufzeichnungen nach handelt es sich eher um ein „Standardjahr“. Im Juni dürfen wir in Bochingen bei der Fahnenweihe mitwirken. Am 23. September führen wir einen geselligen Familienwandertag von Buch zum Ferienheim nach Oberbildstein durch. Dort erwarteten uns bereits ein vorbereitetes Grillfest und einige unterhaltsame Spielstationen. Am 24. November beim Herbstkonzert führt Verbandsobmann Dr. Fehle persönlich die Ehrung von Toni Huber für 40 Jahre aktive Mitarbeit in der Blasmusik durch.

1991

Über Antrag wird ein Rauch- und Alkoholverbot auf den Vereinssitzungen bis zum Abschluss der Tagesordnung beschlossen. Das Dach des Probelokales wird unter der fachkundigen Anleitung von Ernst Hämmerle (Dachi) von uns wärmeisoliert, der Innenraum selbst erhält eine Schalldämmung. Auch verschiedene kleine Malerarbeiten gelangen zur Durchführung. Nach dem Osterkonzert tritt Toni Huber von seiner Funktion als Kapellmeister zurück, sodass der Maiweckruf bereits unter der Leitung von Heinz Hämmerle absolviert wird. Dieser wird dann auf einer außerordentlichen Generalversammlung einstimmig und mit großem Applaus zum Kapellmeister gewählt. Er bittet jedoch ausdrücklich, die Bemühungen um eine andere Lösung fortzusetzen. Ivo Warenitsch, ein weiterer Kandidat, der sich dieser Aufgabe jedoch noch nicht gewachsen fühlt, wird zum Vizekapellmeister ernannt. Am 28. Juli bestreiten wir Messe und Unterhaltungskonzert auf der Alpe Schöner Mann. Am 16. August heiratet unsere Saxophonistin Cornelia Fitz (Simons) den Posaunisten des Bürgermusikvereins Mäder, Roland Lamprecht. Die Vereine marschieren mit klingendem Spiel gemeinsam mit dem Brautpaar von der Schützengartenstraße zur Guthirtenkirche. Die Fahnenweihe des Lustenauer Roten Kreuzes am 14./15. September ist für uns Anlass genug auszurücken. Vom 20. bis 22. September verbinden wir eine Einladung zum Musikfest nach Böhringen im Schwarzwald, wohin schon jahrzehntelange Freundschaftsbande bestehen, mit einem Vereinsausflug. Da wir zwei Busse zur Verfügung haben, können wir das Tagesprogramm teilen. Die Jungen ziehen den Vergnügungspark Rust vor, das Mittelalter nimmt sich Freiburg zum Ziel. Am 31. Oktober gratulieren wir einem Lustenauer Original, nämlich Lamms Fany, zum 90. Geburtstag. Das Herbstkonzert wird auch an einem Intensivwochenende in Damüls im Hause der Dachdeckerfamilie Hämmerle (Tscharantis) vorbereitet. Da die zahlreich teilnehmendenVereinsmitglieder natürlich auch verpflegt werden müssen, hat das „Clanoberhaupt“ Ernst sich freiwillig als Küchenchef bereiterklärt. Dafür wird er taxfrei zur „Mutter Theresa“ gekürt. Das Herbstkonzert unter Heinz Hämmerle wird zu einem Riesenerfolg für den Kapellmeister und für den Verein.

1992

Ivo Warenitsch, der sich im Vorjahr bei Prof. Guntram Simma einer Privatschulung zum Orchesterleiter unterzogen hat, übernimmt von Heinz Hämmerle bei der Jahreshauptversammlung den Taktstock, allerdings mit der Auflage, dass er dieses Jahr sowohl für sich selbst als auch für den Verein als Probejahr betrachten werde. Jeder Kapellmeister hat seine eigene Handschrift, auch Ivo. Dies ist bei den Proben sofort zu spüren. Im Zuge der intensiven Jugendarbeit wird heuer in den Ferien erstmals eine Spiel- und Lernwoche im Gasthof Heumöser im Ebnit durchgeführt. Am 17. Mai umrahmen wir die Weihe eines neuen Löschfahrzeuges der Lustenauer Feuerwehr. Beim Landesturnfest in Lustenau bringen wir die zahllosen Schweizer Turner im Festzelt auf die Tische. Am 22. Juli weilt unser Bundespräsident Thomas Klestil in Lustenau, den wir musikalisch begrüßen. Nach einem erfolgreichen und hochgelobten Herbstkonzert stellt uns Kapellmeister Ivo Warenitsch vor die Tatsache, dass für ihn das Verhältnis von Aufwand und Ergebnis nicht stimmt und er nach dem Osterkonzert den Dirigentenstab niederlegen wird. Die Suche beginnt von Neuem.

1993

Im Verlaufe der letzten Wochen haben wir nach mühsamen Gesprächen in viele Richtungen mit Manfred Allmayer einen initiativen und fleißigen Kapellmeister gefunden, der am 23. April zum erstenmal einen Einsatz leitet. Den Maiweckruf zuvor führt noch Ivo an. Dabei werden wir von unseren ehemaligen und noch aktiven Kameraden Kurt Jussel, Kurt Peter, Erich Scheffknecht (Fux) und Imbert Vogel auf großzügigste Weise bewirtet. Das Jugendlager findet heuer im ehemaligen Ferienlager in Schönebach statt. Das vielgelobte und allseits akzeptierte Küchenteam sind Hildegard und Fritz Naier, die Eltern einiger unserer jungen Mitglieder. Ende August wirken wir bei der 400-Jahr-Feier der Ortsgemeinde AU mit, am 26. September beim Moschtifäscht in Widnau und etwas später bei einem Jubiläumsabend der Statdmusik Altstätten. Beim Herbstkonzert wird mit Gudrun Gruber, geborene David, die erste Dame in Vorarlberg für 25 Jahre Musikertätigkeit mit dem Silberner Ehrenzeichen ausgezeichnet. Dieselbe Auszeichnung erhält Dietmar Hämmerle (Seilers). Im Rahmen der Vereinsleitung finden erste Gespräche über eine Neuuniformierung statt, da die Stoffreserven zu Ende gehen. Für die weitere Personalplanung wird die Gründung einer Vorstufe zur Jugendmusik, die heutige „Hänschenklein-Musi“ ins Auge gefasst.

1994

Da Jugendkapellmeister Christof Naier sich beruflich verändert, was ihm die weitere Ausübung dieser verantwortungsvollen Funktion nicht mehr ermöglicht, begeben wir uns auf die Ersatzsuche und werden in HS-Lehrer ChristianPurin aus Dornbirn fündig. Die konkrete Vorbereitung der Neuuniformierung wird heuer in Angriff genommen. Auf Pfarrers Älpele ob Ebnit gestalten wir eine Bergmesse und den anschließenden Frühschoppen. Vom 15. bis 17. Juli fahren wir ins Kärntnerische Gailtal, in die Heimat unseres Kapellmeisters Manfred Allmayer. Dort tragen wir einiges zur Programmgestaltung bei. Auf der Suche nach einer verbesserten Quartiersituation für das Jugendlager landen wir heuer in Doren. Im ersten Halbjahr 1994/95 können wir 75 Musikschüler vermelden. Unter der behutsamen Leitung von Ivo Warenitsch versuchen sich unsere Allerjüngsten bei der Hänschenklein-Musi im Zusammenspiel.

1995

Am 28. April überbringen wir gemeinsam mit dem MV Concordia dem wiedergewählten Bürgermeister, unserem ehemaligen Vereinsmitglied Hans-Dieter Grabher musikalische Glückwünsche. Vom 9. bis 11. Juni weilen wir als Vertretung des Landes Vorarlberg beim Musikfestival in Wien. Beim Sommerfest überraschen wir die Gäste mit einem Ratespiel: „Wie schwer sind unsere Vereinsmitglieder lt. Mitgliederliste in Zivilkleidung zusammen mit ihrem Instrument?“ Es gab einen Gewinner, der das Gewicht fast auf das Deka genau erriet. Als Preis erhält er ein kostenloses Ständchen des MVL an einem Termin seiner Wahl. Beim Jubiläum „100 JahreKneippverein Lustenau“ umrahmen wir den Festabend. Interne Sondierungsgespräche über ein Gemeinschaftskonzert mit einem Chor bringen eine Fixierung auf das Jahr 1996 zu unserem 110. Geburtstag. Vom Herbstkonzert am 18. November ist vielen Zuhörern die nicht mehr zu stoppende, lachende Ansagerin Sandra Hollenstein, die durch eine von rückwärts eingeflüsterte Jux - Bemerkung etwas aus dem Konzept gebracht wird, in guter Erinnerung.

Zum Jahresende sind wir mit einem neuerlichen Kapellmeisterwechsel konfrontiert. Unsere Kameraden Claus Karitnig und Ivo Warenitsch, beide erstklassige Orchestermusiker, haben sich im Interesse des Vereines bereit erklärt, künftig gemeinsam die musikalischen Geschicke des MVL zu leiten. Die Lösung soll so aussehen, dass Ivo die eher ernsteren Anlässe wie Herbst- und Osterkonzert wahrnimmt und Claus sich um die Unterhaltungsmusik von Ostern bis zur Sommerpause kümmert.

1996

Am 19. März treffen wir uns in der neuen Uniform zu einem aktuellen Vereinsfoto und stellen uns anschließend dem Vorarlberger Blasmusikverband beim Kapellmeistertag in Koblach als Schulungsorchester zur Verfügung. Die öffentliche Vorstellung unserer neuen Uniform in Lustenau erfolgt in Form eines Aufmarsches zum Reichshofsaal in der Gala-Version und in der Sommer-Variante auf der Bühne anlässlich des anschließenden Osterfrühschoppens. Inzwischen hat wieder Christof Naier die Jugendmusik übernommen. Das Sommerlager wird nach Mellau verlegt. Eine kleine Besetzung bildet den musikalischen Rahmen für das 100-Jahr-Jubiläum der Firma Gebr. Keckeis. Weitere Einsätze für den MVL sind der „Tag der offenen Tür“ der Volksbank, die Stadionneueröffnung und eine Bergmesse am 11. August auf der Alpe Koppach. Statt des traditionellen Herbstkonzertes veranstalten wir, wie im Vorjahr beschlossen, am 23. und 24. November in der Pfarrkirche St. Peter und Paul ein gemeinsames Kirchenkonzert mit dem Chor Collegium Vocale zum 110-jährigen Bestehen des MVL. Diese Veranstaltung sorgt weitum für großes Aufsehen und hat inzwischen bereits Nachahmer gefunden.

1997

Die Gespräche für eine Umgestaltung und Sanierung des Vereinsheimes vertiefen sich. Auch die Jungmusikanten erhalten künftig für ihre Auftritte eine Einheitskleidung. Claus Karitnig zieht sich in Absprache mit seinem Kapellmeisterkollegen Ivo von seinem „U-Musikposten“ zurück und übernimmt dafür interimistisch die Jugendmusik, da Christof Naier beruflich häufig im Ausland weilt. Aus Studiengründen übergibt er die Leitung der Jugendmusik dann allerdings im Sommer 1998 an Daniel Steinhofer. Ausgiebige „Endstation“ beim Maiweckruf ist heuer bei Sandra Hollenstein (Küfers), wo sogar Landeshauptmann Sausgruber dazu stößt. Vom 5. bis 7. September reisen wir über Vermittlung von Werner Vetter (Geusler-Weine) nach Hollabrunn im Waldviertel, treten dort beim Stadtfest auf, besuchen den Weinlieferanten von Werner, die Firma Kraft, und besuchen die Wachau. Auf der Rückfahrt geben wir uns in Neuötting in Bayern ganz ohne Besteck mit bloßen Händen genussvoll einem richtigen Ritterschmaus hin. Vom heutigen Blickpunkt aus etwas eigenartig mutet an, dass wir am28. September beim 70-Jahr-Jubiläum des Lustenauer Entbindungsheimes mitzuwirken haben. Zusammen mit der Stadtkapelle Wehr im südlichen Schwarzwald bestreiten wir am 26. Oktober im Stadtsaal in Wehr ein Doppelkonzert, welches vom zahlreichen Publikum mit größter Anerkennung aufgenommen wird. Nach eingehenden Beratungen treffen wir bezüglich der Konzertbestuhlung beim Herbstkonzert einen Kompromisslösung: Wir werden die Aufführung am Samstag mit Konzertbestuhlung bestreiten, am Sonntag Nachmittag ist wie früher „Bewirtung“ angesagt. Toni Vogelmann erhält für 25 Jahre Vorstandschaft vom Blasmusikverband die Silberne Verdienstmedaille.

1998

Im Bericht des Vorstandes zur JHV sind die ersten offiziellen Hinweise zur Planung eines Um- und Zubaues beim Vereinsheimes, „die aber nur als weitere Diskussionsgrundlage dienen sollen“. Die Lösung soll den angestrebten Zweck erfüllen, wirtschaftlich verkraftbar sein und auf längere Sicht den Bedarf abdecken. Am 8. März findet im sehr gut besuchten Reichshofsaal eine Gemeinschaftsmatinee der Jugendkapellen des MVL und der Concordia statt. Wieder in die Berge zieht es uns am 26. Juli zur Messgestaltung auf der Alpe Schöner Mann und am 9. August auf der Alpe Koppach. Unserem langjährigen Kassier Franz Winter wird beim Herbstkonzert für 25 Jahre Musikertätigkeit, einige Jahre davon in St. Pantaleon in Oberösterreich, das entsprechende Ehrenzeichen überreicht.

1999

Ein Antrag einer Gruppe junger Vereinsmitglieder auf künftig geheime Wahlen wird ohne Einwand beschlossen. Walter Grabher muss zu unserem großen Bedauern nach 27 Jahren aus Krankheitsgründen seine Funktion als bewährter Chronist und das Instrument zurücklegen. Die Chronik übernimmt Erich Scheffknecht. Der ins Auge gefasste Tausch aller Fenster im Vereinsheim würde rund eine Viertelmillion Schilling betragen. Wir entscheiden uns für einen „Service“ der Beschläge und die Betreibung einer umfassenderen Sanierung des Gebäudes. Im Musikschuljahr 1999/2000 scheinen unglaubliche 103 Musikschüler des MVL in den Aufzeichnungen auf. Am 27. Feber feiert der Krankenpflegeverein im Reichshofsaal den Festakt zu seinem 100. Geburtstag, bei welchem wir eine Auftragskomposition von Ernst David, unserem Ehrenmitglied und ehemaligen Trompeter, zur Uraufführung bringen. 100 Jahre alt wird auch der MV „Concordia“, wir treten am 22. Mai in Aktion. Am 29. Mai finden in Feldkirch die Landeswertungsspiele statt, von welchem wir stolz mit einem 1. Rang mit Auszeichnung zurückkehren. Beim Ortsvereine – Fußballturnier machen wir heuer mit einer gemischten Mannschaft mit. Unsere Cherleadertruppe kann allerdings mehr Aufsehen erregen als die FußballerInnen. Das Laubenfest in Wehr am 31. Juli und am 1.August ist für manche unserer Jungen der erste Einsatz im Ausland mit „Massenquartier“ in einer Turnhalle. Die Eröffnung der Landbuslinie erfolgt unter unseren Klängen am 3. September.

2000

Die Jahreshauptversammlung ist heuer etwas unruhig. Die Wogen glätten sich in der Folge nach und nach. Es finden auch die ersten geheime Wahlen statt, die jedoch keinerlei Überraschungen bringen. Am 14. April tritt Frau Sofie Heidegger ihre neue Aufgabe als Hauswartin an und erweist sich in der Folge als Volltreffer. Sie wurde aus sehr vielen, teilweise eigenartig anmutenden Bewerbern ausgesucht. Beim Kreismusiktag am 21. Mai in AU/SG erringen wir eine Auszeichnung beim Marschmusikwettbewerb. Wir vertreten Vorarlberg würdig beim Steirischen Landesmusikfest in Deutschlandsberg vom 23. bis 26. Juni in Deutschlandsberg. Wieder finden in Lustenau Internationale Trachtentage statt (26./27.9.), bei welchen auch wir unser Scherflein zum Gelingen beitragen. Im Herbst, vom 8. bis 10. September, wirken wir bei der Kirmes in Maissau im Waldviertel mit. Bedauerlicher Höhepunkt in diesem Jahr ist der zeitgleiche Austritt von 5 jugendlichen Schlagzeugern. Unter diesem Aspekt bekommt die Musikschülerzahl von 117 im Herbstsemester ein besonderes Gewicht. Beim Herbstkonzert am 25. November erhalten die „Senioren“ Helmut Holzer und Toni Vogelmann für 40 Jahre Musikertätigkeit das Goldene Ehrenzeichen des Blasmusikverbandes und vom MVL je einen Gutschein für eine Ballonfahrt, die sie gemeinsam wohlbehalten hinter sich bringen.

2001

In penibler Vorarbeit wird eine Aufteilung aller planbaren Tätigkeiten eines Vereinsjahres über alle Mitglieder ins Leben gerufen. Werbung für öffentliche Vereinsveranstaltungen wird künftig auch mit variablen Transparenten gemacht. Von außen wird die Diskussion über die Möglichkeit der Gründung eines Gönnervereines zur Unterstützung des MVL ins Leben gerufen. Am 21. April wirken wir bei der Trachtenweihe des MV Gaissau mit, am 27. Mai bei der Einweihung des neuen Probelokals der Schwarzacher Dorfmusikanten. Auf dem Platz unseres Vereinsheimes veranstalten wir am 15. Juni den ersten Dämmerschoppen, wobei sich der Regen als Spielverderber entpuppt. Beim Bezirksmusikfest in Alberschwende versäumen einige unserer Mitglieder (absichtlich?) den Bus zur Heimfahrt. Aber der MV Concordia, der die Rückfahrt erst später angesetzt hat, hilft kameradschaftlich aus. Auch am Bezirksmusikfest in Wolfurt nehmen wir teil. Das Sommerfest kann heuer wegen fixierter Umbauarbeiten nicht bei der Volksschule Hasenfeld stattfinden. Wir verlegen es einfach auf den Platz bei unserem Vereinsheim. Unsere Patensektion, die Stadtmusik Altstätten, feiert das 125-jährige Bestehen, wobei wir den Festabend bestreiten dürfen. Beim Herbstkonzert darf Werner Hämmerle für seine 50-jährige Treue vom Verband das dafür vorgesehene Ehrenzeichen in Empfang nehmen, vom MVL erhält er den Ehrenring des Vereins. Dafür lädt er uns alle in der Folge zu einem gemütlichen Beisammensein ins Vereinsheim ein.

2002

Heuer gilt es ernst: Eine Ideensammlung für den bevorstehenden und notwendigen Umbau des Vereinsheimes wird erstellt, wobei alle Mitglieder die Möglichkeit der Einbringung von Ideen haben. Diese Unterlagen werden an zwei Architekten zur Ausarbeitung von Möglichkeiten übergeben. Die Einreichung des Bauansuchens an die Gemeinde erfolgt noch im diesem Jahr. Parallel dazu wird ein Bauausschuss ins Leben gerufen, dessen Leitung Daniel Steinhofer, Jahrgang 1978, übernimmt. Das Osterkonzert fällt diesmal auf den 1. April. Entsprechend trifft der Kapellmeister auch die Auswahl des Programmes. Statt eines Sommerfestes, das durch anderweitige ähnliche Veranstaltungen rundum mit starker Konkurrenz zu kämpfen hat, versuchen wir es mit einem Herbstfest mit Zelt auf dem Vereinsheimplatz. Vom 13. – 15. September bieten wir der Bevölkerung hochstehendes Musikkabarett mit den Brüdern Fleisch und mit „Mnozil Brass“ am Freitag, traditionelle Blasmusik am Samstag mit der Stadtkapelle Maissau und dem Musikverein Bildstein sowie eine Feldmesse und einen Frühschoppen am Sonntag an. Der Erfolg hält sich wegen des hohen Aufwandes und der unsicheren, kühlen Witterung besonders am Sonntag leider in Grenzen. Der Gönnerverein wird am 18. November im Gasthaus zum Sticker gegründet. Da Erich Scheffknecht nach dem Maiweckruf sein Amt als Chronist und seine musikalische Tätigkeit einstellt, übernehmen Sandra Hollenstein und Gaby König die Chronik. Daniel Steinhofer übernimmt die Funktion des Bezirksjugendreferenten im Blasmusikbezirk Dornbirn. Am 5. Mai wirken wir bei der Rhema, einer grenzüberschreitenden Handwerksausstellung, in Au/Heerbrugg mit. Ein markanter Punkt bei den Festlichkeiten aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums der Marktgemeinde Lustenau ist die Aufführung der Feuerwerksmusik von G. F. Händel mit dem dazugehörenden Feuerwerk vor einigen tausend Zuhörern. Am 5. Juni haben wir einen Fernsehauftritt auf dem Kirchplatz aus gleichem Anlass. Schon am 16. Juni ruft uns das Bezirksmusikfest in Lauterach, dort bekleiden wir die Rolle der Festmusik. Eine knappe Woche später wirkt eine ausgesuchte kleine Gruppe unseres Vereines unter dem Titel „hm-ta-ta“ bei der Diplom-Prüfung unserer Klarinettistin Gaby König am Mozarteum in Salzburg mit. Das Jugendmusiklager ist weitergezogen und zwar ins Ferienheim Oberbildstein. Für das leibliche Wohl sorgen in bewährter Weise Renate und Imbert Böhler. Besondere Zugabe beim Herbstkonzert am 30. November: Gesungen vom MVL „As dônklat ondra Bänka“!

2003

Die letzte Jahreshauptversammlung am 10. Jänner im „alten Vereinsheim“. Vom 13. bis 15. April findet das diesjährige Bezirksjugendseminar in unserem Heim statt. Den Osterfrühschoppen am 21. April gestalten wir diesmal als Wunschkonzert nach dem Motto „Sie wünschen, wir spielen“. Das Publikum kann in einer „Stückliste“ um 1 Euro pro Tipp Stimmen verteilen. Die am meisten gewählten Titel kommen zur Aufführung. Der Reingewinn aus dieser Aktion fließt bereits in die „Umbaukasse“. Die letzte Probe im alten Heim findet am 25. April statt. Am 1. Mai ist für alle Vereinsmitglieder „Tag der Arbeit“: Es wird in einer Gewaltaktion das Vereinsheim mit Ausnahme der Wohnung völlig ausgeräumt und das Inventar in die leerstehende Stickerei von Walter Hämmerle (Kübler) verlagert. Proben dürfen wir bis Ende 2003 ohne Forderungen im Pfarrsaal der Guthirtenkirche abgehalten werden. „Historisch“ könnte man die erste eheliche Verbindung zwischen dem MVL und der Concordia (Judith Fitz, Schusters, und Harry Hämmerle, Bämsi) am 11. Juli in der Wallfahrtskirche Bildstein bezeichnen. Die zweite eheliche MVL-interne Verbindung findet im August zwischen Kapellmeister Ivo Warenitsch und Mag. Gaby König seine Vollendung. Am 13. September besuchen wir unsere Nachbarkapelle, den Musikverein Konkordia Au, anlässlich der Fahnenweihe. Trauer ist angesagt am 11. Oktober: Wir begleiten unseren überaus verdienstvollen Ehrenvorstand Robert Scheffknecht, der völlig überraschend verstorben ist, zur letzten Ruhe. Am 29. November kann unser Vereinssenior Werner Hämmerle seinen 70. Geburtstag als erste gesellschaftliche Veranstaltung im neuen Probelokal durchführen. Wegen der beschränkten Vorbereitungsmöglichkeiten bringen wir an Stelle eines Herbstkonzertes am 21. Dezember in der Pfarrkirche St. Peter und Paul ein weihnachtliches Kirchenkonzert in beeindruckendem Rahmen und tiefempfundener Stimmung zur Aufführung.

2004

Die 57. Jahreshauptversammlung am 10. Jänner im „neuen“ Heim kann als Start in die Zukunft betrachtet werden und bringt viel Neues: Berichte werden in Powerpointtechnik präsentiert, Vorstandswechsel nach 31 Jahren von Anton Vogelmann zu Daniel Steinhofer, Verleihung der Ehrenvorstandschaft an den scheidenden Altvorstand, Ehrenmitgliedschaft an den Kassier Franz Winter und an den Freund und Gönner Ernst Hämmerle.