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Geschichte 1969 - 1985 Drucken E-Mail

von Ehrenvorstand Anton VOGELMANN

Im Jahre 1969 hat unser Ehrenmitglied und ehemaliges aktives Vereinsmitglied, der bekannte Komponist Ernst David anlässlich der Einweihung des neu errichteten Vereinsheimes einen Rückblick auf die doch sehr bewegte Geschichte unseres Vereines seit seiner Gründung als Musikverein Cäcilia Lustenau im Jahre 1886 verfasst. Die umfangreiche, erst kürzlich erfolgreich beendete Sanierung und teilweise Neugestaltung unserer Heimstätte hat uns veranlasst, dieses informative Schriftwerk über den nachfolgenden Zeitraum bis zum heutigen Tage zu erweitern. Es hat sich seit damals nicht nur in der Gesellschaft und in der Wirtschaft unheimlich viel verändert, auch das Vereinsleben wurde durch zahlreiche Umstände vor neue und damals nicht vorhersehbare Aufgaben gestellt.

Einzig und allein der heutige Musikverein Lustenau (MVL) mit seiner individuellen Vergangenheit und dem ebensolchen Umfeld soll in dieser Chronik das „Objekt der Betrachtung“ sein. Wir möchten den Lesern dieser Dokumentation einen Einblick in die Vergangenheit, aber auch in die Gegenwart des MVL ermöglichen. Es muss nämlich immer wieder festgestellt werden, dass in weiten Teilen der Bevölkerung schon längst überholte, völlig veraltete und teilweise sogar falsche Vorstellungen über einen Musikverein mit seinen Besonderheiten und Pflichten herrschen.

In speziellen Detailberichten gibt es Informationen über die intensive Ausbildungs- und Nachwuchsarbeit in unserem Verein.

Ganz allgemein dürfen wir eingangs festhalten, dass der MVL beispielsweise seit eh und je ohne viel Aufhebens alle Jahre am Weißen Sonntag die Erstkommunikanten im Kirchdorf und seit über 25 Jahren zusätzlich im Hasenfeld zur Kirche begleitet. Der „Maiweckruf“ ist ein besonders beliebter Einsatz, kann jedoch aufgrund des weitläufigen Siedlungsgebietes, beginnend an der Achse Radetzkystraße – Weiherstraße – Mühlefeldstraße bis zum Alten Rhein nicht in einem Zuge durchgeführt werden. Daher gibt es für uns fünf unterschiedliche, sich abwechselnde Routen. Eine Konsequenz daraus ist allerdings, dass wir mit unserem Weckruf nur jedes fünfte Jahr in dieselbe Wohngegend kommen. Ein „Ausgleich für die vernachlässigten Gebiete“ ergibt sich bei fallweisen Ständchen, wenn wir aus unterschiedlichen Gründen einem unserer Mitbürger eines darbringen. Weitere turnusmäßig wiederkehrende Fixtermine für den Musikverein Lustenau im kommunalen Lustenauer Leben sind neben dem beliebten Frühschoppen am Ostermontag und dem traditionsreichen Herbstkonzert im Reichshofsaal die Fronleichnamsprozession, Schulabschlussfeste, Auftritte bei „Freitag am Platz“, Patrozinium St. Peter und Paul, Herbstkilbi, Faschingsumzug usw. So gibt es für jede/n LustenauerIn mehrmals pro Jahr die Möglichkeit uns im Einsatz zu erleben.

Zusätzlich ergeben sich laufend noch viele andere Verpflichtungen, welche in der folgenden Kurzchronik auszugsweise – mehr ist in diesem Rahmen nicht möglich und auch nicht sinnvoll - erwähnt werden. Insgesamt muss ein „normales“ Aktivmitglied des MVL mit rund 90 bis 100 Einsätzen (Proben, Ausrückungen) pro Kalenderjahr rechnen. Von Funktionären der Vereinsleitung oder von Unterausschüssen wird für Sitzungen und Organisation einiges mehr an Zeitaufwand gefordert. Dies alles natürlich in der Freizeit und ohne jegliche finanzielle Entschädigung.

1970

Trotz des eigenen Vereinsheimes findet die Jahreshauptversammlung am 5. Jänner wie bisher im Kleinen Kronensaal statt. Der Grund dürfte wohl in der fehlenden gastronomischen Betreuung zu suchen sein. Im damaligen Protokoll sind als Gäste die Turnerschaft Lustenau, die Trachtengruppe, der Gesangverein Eintracht Wiesenrain und die Feuerwehr erwähnt. Auf dieser Versammlung wurde für 15-jährige Mitgliedschaft an Hans Hämmerle (Seilers, Bum), Alge Eduard (Laktis) und Werner Schlachter die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Die zeitaufwändige Funktion des Chronisten wechselt im Rahmen einer „Lehrerconnection“ von Josef Hagen (Allgäuers) zu Hans-Dieter Grabher (Knoder).

Nach mehrjähriger Unterbrechung findet wieder ein Osterfrühschoppen im Kronensaal statt. Die Jugendmusik präsentiert sich unter der Leitung von Heinz Hämmerle (Küblers) bei einem Promenadenkonzert in Dornbirn, während die „große Musik“ zweimal auf der Dornbirner Messe im Messezelt für Unterhaltung sorgt. Die Beisetzung des legendärenEhrenvorstandes Remigius Waibel, der das Schiff MVL als Vorstand in den Jahren 1937 bis 1956 durch stürmische Zeiten gelenkt hat, ist ein trauriger Höhepunkt des Jahres 1970. Am 4.10. wirken wir anlässlich der Fahnenweihe der TS Jahn Lustenau bei der Messe, den Ehrungen und beim Frühschoppen mit, ebenso müssen wir die Generalversammlung des „Harmoniebundes“ im Kronensaal umrahmen. Beim Herbstkonzert wurden die Mitglieder Hermann Grabher (Küblers, Vizevorstand), Ernst Hagen (Floris) und Hermann Vetter (Geuslers) für 25-jährige aktive Musikertätigkeit vom Verband ausgezeichnet. Bemerkenswertes Kapellmeister-Statement im Verlaufe des Jahres: „Lieber spiele ich mit 30 Mann, die voll hinter mir stehen, als mit 45, von denen nicht einmal die Hälfte auf die Probe kommen.“ (Solche und ähnliche Feststellungen ziehen sich über die gesamte Vereinsgeschichte hin.)

1971

Bei der Jahreshauptversammlung ergibt sich ein neuerlicher Chronistenwechsel (siehe 1970!) zu Hans Fitz (Schusters), die Vizekapellmeisterfunktion geht von Werner Pregler zu Franz Hagen (Dieser) über. Besonders erwähnenswert ist die erstmalige Aufnahme von Mädchen in den Mitgliederstand des MVL, nämlich Gudrun DAVID (Flöte) und Doris Hämmerle (Seilers). Robert Scheffknecht (Schlossers) wird wegen außergewöhnlicher Verdienste beim Vereinsheimbau und der fast parallel erfolgten Neuuniformierung zum Ehrenvorstand ernannt, und an Fritz Hämmerle (Küfer), Kurt Fischer und Franz Hagen wird die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Die neue Uniform wird der Bevölkerung beim Osterkonzert am 11. April vorgestellt und erntet große Anerkennung. Im Mai fahren zwei Busse mit allen Mitgliedern und deren Partnern zu einem Vereinsausflug ins Südtirol. Heute noch schwelgen die Teilnehmer an dieser Reise in Erinnerungen und vor allem Episoden. Bei der Einweihung des Stickereizentrums erfolgt die Uraufführung der Auftragskomposition „Intrada festiva“ des Komponisten und Vereinsmitgliedes Ernst David durch den MVL. Das älteste Aktivmitglied, nämlich Gebhard Hagen (Riebler) wird am 15.7. zur letzten Ruhe geleitet, während am 26. Juli unser auf einer Pilgerfahrt in Frankreich tödlich verunglückter Pfarrer Dietmar Seeger unter den Klängen des MVL beigesetzt wird. Im August umrahmen wir den 125. Geburtstag der Schützengilde Lustenau. Beim Herbstkonzert, diesmal am 21.11., wird an Kapellmeister Hermann Hagen (Dieser), Franz Hagen, Alfred Sperger (Zauser), Karl Keck, Werner Pregler und Rudolf König (Ostis) das Silberne Ehrenzeichen des Blasmusikverbandes für 25 Jahre aktive Tätigkeit überreicht.

1972

Am 5.1. bei der JHV wird an Rudolf König die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Der spätere Vorstand Anton Vogelmann, der 1969 von Kennelbach nach Lustenau übersiedelt ist, wird rückwirkend auf 1971 als Mitglied aufgenommen und gleichzeitig zum Schriftführer gewählt. Dieses Vereinsjahr hat sein Schwergewicht in der Vorbereitung des Vlbg. Landesmusikfestes vom 30.6. – 2.7. unter der Festobmannschaft von Rudolf Scheffknecht (Schlossers). Dieses Fest findet mit etwa 60 teilnehmenden Kapellen in der neu errichteten Eishalle – Eröffnung war am 2. Jänner unter Mitwirkung des MVL - und der noch im Bau befindlichen Tennishalle statt. Am 25. Juni holen wir, wie es damals noch üblich ist, die beim Eidgenössischen Turnfest erfolgreiche TS Lustenau an der Rheinbrücke ab. Als kleiner Ausgleich für ein anstrengendes Vereinsjahr fahren wir am 26. und 27. August nach Müswangen bei Luzern zur Teilnahme an einem Musikfest. Der Chronist Hans Fitz hat als besonders beeindruckendes Erlebnis ein Gesangsduett der Brüder Hermann und Franz Hagen festgehalten. Am 15. Oktober wird die inzwischen fertig gestellte Tennishalle eröffnet. Beim Herbstkonzert am 26. November im Kronensaal wird Hermann Hagen für 10-jährige Kapellmeistertätigkeit beim MVL besonders geehrt. Der örtliche Berichterstatter der VN erwähnt in seinen Ausführungen dieses Konzert als „einzige Vereinsaufführung im herbstlichen Veranstaltungskalender Lustenaus“.

1973

Auch heuer bringt die JHV einige nennenswerte Veränderungen und auch „ehrenvolle“ Punkte mit sich. Nach vier Jahren übergibt Vorstand Walter Hagen (Dieser) aus beruflichen Gründen – er übernimmt die Geschäftsführung der gemeinsam mit seinem Partner Hubert Prantl neu gegründeten Firma Weiler-Möbel - die Vereinsführung an Anton Vogelmann. Auch die Chronik kommt wieder in andere Hände: VS-Lehrer Walter Grabher (Zauser) übernimmt dieses Amt für viele Jahre. Zu Ehrenmitgliedern ernannt werden der Festobmann des Landesmusikfestes vom Vorjahr Rudolf Scheffknecht für seine verantwortungsvollen und hervorragenden Leistungen, Josef Hollenstein (Luitgardens) für 13 aktive Jahre vor dem Krieg bei der „Cäcilia“ und die Mitarbeit im Festausschuss 1972 sowie Walter Hagen für die Vorstandschaft.

Am 18. Feber veranstaltet der MVL erstmals einen Familienskitag nach Davos. Vom 6. bis 8. Juli wirken wir verschiedentlich beim Landesturnfest in Lustenau mit und umrahmen am 18. Juli den Empfang der erfolgreichen Feuerwehr Lustenau bei ihrer Rückkehr aus Brünn. Vom 11. bis 12. August weilen wir in Tannau bei Tettnang, wo wir den Unterhaltungsabend und die Feldmesse gestalten sowie am Umzug teilnehmen. Im September unternehmen wir einen Herbstausflug mit dem Wälderbähnle nach Bezau. Beim Herbstkonzert am 25. November erfolgt die Ehrung von Hans Scheffknecht (Schlossers) für 50-jährige Funktionärstätigkeit sowie für Kurt Gasser, Hans König (Ostis) und Hans Hämmerle für 25 Jahre aktive Musikertätigkeit. Heinz Hämmerle leitet sein vorläufig letztes Konzert mit der Jugendmusik.

1974

Bei der JHV wird die Ehrenmitgliedschaft wegen langjähriger Mitgliedschaft an Kurt Peter, Walter und Kurt Jussel, Gerhard Marquardt und Fitz Naier verliehen. Somit sind von 50 aktiven Musikanten 19 Ehrenmitglieder. Zum gleichen Zeitpunkt hat der MVL leider nur 13 Musikschüler. Am 18. Und 19. Mai feiert der MV Concordia Lustenau sein 75-jähriges Bestandsjubiläum, bei welchem auch wir mitwirken. Musikalischer Höhepunkt 1974 ist die Teilnahme beim Deutschen Bundesmusikfest in Tailfingen, wo wir Österreich würdig vertreten. Am 12. Juli feiert Karl Bösch (Alt-Adlerwirts) die Diamantene Hochzeit. Auch wir dürfen dabei sein, wie noch so oft in den Folgejahren bei seinen hohen Geburtstagen. Anmerkung: Die Anschaffung eines Telefons im Vereinsheim wird ins Auge gefasst.

1975

Zwei neue Ehrenmitglieder können wir bei der JHV beglückwünschen: Heinz Grabher-Meier (Vogelmännlis) und Helmut Holzer. Die seit vielen Jahren für vorzüglichen Probenbesuch vergebenen gravierten ¼-Römer erhalten als Erweiterung in der Folge Zinnbecher mit entsprechender Gravur. Heuer begleiten wir erstmals auch die Erstkommunikanten im Hasenfeld auf ihrem Weg zur Kirche. Ein Ausflug vom 29. bis 31. Mai ins Salzkammergut hinterlässt viele schöne und auch lustige Erinnerungen. So wird besonders der 40. Geburtstag von Hans König ganz ausgelassen gefeiert. Auch heuer nehmen wir an einem Musikfest in Deutschland, nämlich in Villingen/Pfaffenweiler, teil, bei welchem Heinz Hämmerle für seine nächtliche „Stör“ sogar eine Trompete geschenkt erhält. Das Landesfeuerwehrfest in Lustenau verlangt auch unsere Mitwirkung. Im August müssen wir überraschend unseren Tubisten und Kameraden Hans Hämmerle auf seinem letzten Gang begleiten. Das Herbstkonzert am 23. November bildet den würdigen Rahmen für die Übergabe des Silbernen Ehrenzeichens des Verbandes für 25 Jahre Musikertätigkeit an Toni Huber.

1976

Zum erstenmal führen wir die JHV im Vereinsheim durch. Die Jugendkapelle hat heuer nicht weniger als 43 Buben und Mädchen, und dies, obwohl seit 1968 sage und schreibe 57 wieder aufgehört haben. In den schriftlichen Unterlagen taucht erstmals Kritik an der unzulänglichen WC-Situation für Damen und Herren im Vereinsheim auf. Das Skirennen, welches bisher immer in Sibratsgfäll unter der Verantwortung von Hans König durchgeführt wurde, findet versuchsweise im Ebnit statt. Am 25.Juni nehmen wir am Musikfest in Altstätten teil, um tags darauf beim Landesjugendturnfest in Lustenau mitzuwirken. Auch diesmal können einige unserer Mitglieder für 25 Jahre treue Dienst beim Herbstkonzert ausgezeichnet werden. Es sind dies Eduard Alge, Fritz Hämmerle, Werner Hämmerle (Küblers), Kurt Fischer, Kurt Peter und Werner Schlachter.

1977

Das Defizit bei der Faschingsunterhaltung im Kronensaal bewirkt, dass in Zukunft von weiteren solchen Veranstaltungen Abstand genommen wird. Offensichtlich besteht kein Bedarf für diese Art von Unterhaltung. Am 17. Feber bilden wir den musikalischen Rahmen für die Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister an die Rhinzigünar beim Rathaus. Bei der Bezirksversammlung erhalten wir einstimmig den Zuschlag für das Bezirksmusikfest 1978. Das Vereinsjahr 1977 selbst bringt insgesamt 28 Ausrückungen und 76 Proben mit sich, also über 100 Pflichteinsätze. Unser Ehrenvorstand Robert Scheffknecht organisiert einen „Abend für die Frauen“ verbunden mit einem Preisjassen. Diese Tatsache bringt ihm den Titel „Kunstschlosser“ ein. Im August haben wir die ehrenvolle Aufgabe, Österreich bei den Internationalen. Musiktagen in Wernau/Neckar zu vertreten. Genauso ehrenvoll ist unsere Aufgabe, das 50-Jahr-Jubiläum der Vorarlberger Nachrichten im Kornmarkttheater in Bregenz zu umrahmen. Anmerkung: An der Rheintalischen Musikschule arbeitet noch immer kein Schlagzeuglehrer. Dies bedingt, dass zwei talentierte Burschen unseres Vereines um enorme Kosten an der Musikschule Wolfurt unterrichtet werden.

1978

Auf der JHV wird an Frau Lina König für großzügige Gönnerschaft die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Die Mitgliederliste weist 46 Aktivmitglieder aus, davon 18 im Probejahr. Im Nachwuchsbereich scheinen lediglich 16 Lehrlinge auf. Am 5. Feber findet in Lustenau der erste Faschingsumzug statt, an dem wir ebenfalls mitwirken. Die unerwartete Einladung des Bürgerschützenvereines Orsoy bei Essen müssen wir leider absagen, da einerseits die Dauer von 4 Tagen aus schulischen Überlegungen nicht vertretbar ist und andererseits innert dieser 4 Tage nicht weniger als 35 Stunden Einsatz von uns erwartet wurde. Am 1. und 2. Juli sind wir Organisatoren des Musikfestes für den Blasmusikbezirk Dornbirn mit Kindernachmittag, Umzug, Wettbewerb, Tanzabend, Feldmesse usw. Am 17. August fahren wir nach Wangen zur Teilnahme am dortigen Kreismusikfest. In besonders guter Erinnerung haben wir Musikanten den Gegenbesuch beim Musikfest am 26./28. August in Schenna bei Meran. Ein weiterer schöner, geselliger Anlass war die familiäre Herbstwanderung vom Karren ins Ebnit.

1979

Im Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 5.1. scheinen 16 Mädchen und Buben als Neuaufnahmen nach Absolvierung des Probejahr auf, u.a. auch unser heutiger Kapellmeister Ivo Warenitsch. Bei den Neuwahlen wird mit Mario Vetter (Geusler) erstmals ein Jugendvertreter in die Vereinsleitung berufen. In diesem Jahr findet man in einem Sitzungsprotokoll erste Hinweise für eine denkbare Rückbenennung auf „Cäcilia“. Eine Trennwand im WC behebt vorläufig den kritisierten und einfach nicht mehr tolerierbaren Zustand der nicht vorhandenen Geschlechtertrennung. Insgesamt laufen große Bemühungen um die Aktivierung der Jugendmusik, da ja immer wieder ein Aderlass an das große Blasorchester stattfindet. Auch heuer sind insgesamt 107 Einsätze für die Mitglieder der großen Kapelle zu absolvieren, so am 3. Juni das Fest der Kärntner und Steirer, vom 6. bis 8. Juli das Landesturnfest, am 25. August eine Veranstaltung des Hundesportvereines, am 7. September die Feierlichkeiten zur Neuuniformierung des Musikverein Diepoldsau/Schmitterund am 9. September die Einweihung der Guthirtenkirche. Als kleine Belohnung für vielfachen Verzicht und Einsatz im Laufe der Zeit fahren wir am 9. und 10. Juni an den Achensee und ins Zillertal, ohne jedoch auf die Instrumente zu verzichten. Wir bestreiten ein vielbeachtetes und beklatschtes Kurkonzert in Mayrhofen.

1980

Nachdem das bisherige Hausmeisterehepaar Traudl und Werner Schlachter sich in eigene vier Wände zurückgezogen hat, tritt an ihre Stelle das junge Vereinsmitglied Josef Aberer mit seiner Gattin Emma. Am 31. Jänner erfüllen wir die traurigste Pflicht eines Musikanten: Wir müssen uns von unserem Kameraden Klaus Steinhofer für immer verabschieden. Am 8. Juni bestreiten wir im Auftrag des EHC Lustenau einen Frühschoppen in der Rheinhalle. Das Landesmusikfest findet heuer am 21./22. Juni in Hard statt. Wir haben die Gastkapelle aus Ollersdorf im Burgenland unterzubringen. Am 12. und 13. Juli reisen wir ins Badische nach Bischweier, wo wir ein wichtiger Punkt im musikalischen Programm eines Musikfestes sind. Unser Kamerad Heinz Gehrer organisiert am 20. August für die Mitglieder und deren Familien ein Gesellschaftsschiessen, wie er in späterer Folge noch weitere gesellige Anlässe vorbereitet. Am 26. Oktober feiert die TS Jahn Lustenau ihr 100-jähriges Bestehen, wobei auch wir etwas zum Programm beitragen. Nach 18 Jahren aufreibender und verantwortungsvoller Tätigkeit ist der Rücktritt von Kapellmeister Hermann Hagen nach dem Herbstkonzert eine fast logische und verständliche Folge.

1981

Als neuer Kapellmeister übernimmt Toni Huber, dem ein hervorragender Ruf als Dirigent vorausgeht, den Taktstock beim MVL. Da er neben guter Unterhaltungsmusik auch großen Wert auf eine funktionierende Jugendarbeit legt, ein Jugendkapellmeister derzeit aber nicht „verfügbar“ ist, übernimmt er auch die Jugendmusik bis eine passende Lösung gefunden wird. Im Fasching nehmen wir bei Faschingsumzügen in Dornbirn und in Höchst teil. Am 24. Mai dürfen wir eine Fahrzeugweihe bei der Lustenauer Feuerwehr umrahmen. Nach fast 15 Jahren wird durch einen Unterausschuss eine Neuuniformierung über die Bühne gezogen, die mit einem Musikfest am 13. und 14. Juni in der Rheinhalle ihren würdigen Abschluss findet. Ein vielbeachteter Höhepunkt bei diesem Fest ist der Einmarsch des MVL in seiner neuen Uniform zum Festgottesdienst, da wir die Bevölkerung zuvor über das neue Aussehen der Einheitskleidung absichtlich im Unklaren ließen. Zweimal fährt die Musikantenfamilie im Herbst mit den Rädern aus, einmal in Richtung Bodensee und einmal an den Jannersee. Das erste Herbstkonzert unter der Leitung von Toni Huber am 22. November wird vom Berichterstatter als „glanzvolles Herbstkonzert“ eingestuft. Landesobmann Dr. Walter Fehle zeichnet an diesem Abend den Dirigenten Toni Huber für 20-jährige Kapellmeistertätigkeit im Blasmusikverband mit dem entsprechenden Ehrenzeichen aus.

1982

Die Mitgliederliste weist Anfang des Jahres 1982 erfreulicherweise 55 Aktivmitglieder und 28 Lehrlinge aus. Schon im Herbst-Semester verzeichnet der MVL bereits 41 Schüler an der Rheintalischen Musikschule, wobei bedauerlicherweise kein spezieller Blechblaslehrer zur Verfügung steht. Vom eindrucksvollen Vereinsfoto, welches auf dem Hasenfelder Kirchplatz aufgenommen wird, sind zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Aufzeichnung im Jahre 2004 noch ganze fünf (!) Musikanten aktiv, nämlich Helmut Holzer (Flügelhorn), Mag. Claus Karitnig (Klarinette), Anton Vogelmann (Bariton), Ivo Warenitsch (Klarinette) und Franz Winter (Tuba). In der Lustenauer Öffentlichkeit laufen die ersten offiziösen Gespräche über einen neuen Veranstaltungssaal an. Wegen der attraktiven Eishockeyspiele in Lustenau wird im MVL ernsthaft überlegt, die obligate Dienstagprobe auf einen anderen Zeitpunkt zu verlegen. Im Zuge des Maiweckrufes bringen wir unserem Gönner und Ehrenmitglied „Bocki“ Wladimir Danek ein Geburtstagsständchen und werden dafür mit Beinschinken und Spanferkel verwöhnt. Da wir zu Fronleichnam einen Vereinsausflug nach Matrei i. Osttirol und Cortina d’Ampezzo auf dem Programm haben, turnusmäßig jedoch die Prozession mitzugestalten hätten, übernimmt für uns die „Concordia“ in kameradschaftlicher Weise diese Verpflichtung. Weitere Einsätze verzeichnen wir bei der Einweihung des Fitness-Parcours am Alten Rhein, bei einer Autoweihe im Reichshofstadion sowie bei einem Frühschoppen des EHC Lustenau. Als Gratulanten stellen wir uns beim MV Konkordia Widnau bei der 150-Jahr-Feier ein. Bei der Herbstkilbi, bei welcher wir den Frühschoppen zu bestreiten haben, kommt eine Klarinette, die von einem Musikanten hinter dem Rednerpult deponiert wurde, abhanden. Einige Tage später wird diese in einer Hausscheune in Lauterach unversehrt von der allein wohnenden Hauseigentümerin entdeckt. Das Herbstkonzert veranstalten wir zum erstenmal am Samstag Abend und nicht mehr wie gewohnt am Sonntag Nachmittag.

1983

Der Sägwerkbesitzer Rudolf Waibel wird für besondere Verdienste um den MVL zum Ehrenmitglied ernannt. Die Vergrößerung der Hauswartfamilie Aberer und die kleine Wohnung im Vereinsheim erfordert einen Wechsel in der Heimbetreuung. Aus vielen Bewerbungen entscheiden wir uns für das kinderlose Ehepaar Breitenberger. Im Verlaufe des Jahres verliert der MVL mit Frau Hanna Danek eine große Gönnerin und Freundin. Auch der Planer unseres Vereinsheimes, Ing. Karl Amann (Gari), verlässt uns für immer. Beide begleiten wir auf ihrem letzten Gang mit unseren Weisen. Wegen der zunehmenden Auftritte als Unterhaltungs- und Stimmungsmusik schaffen wir eigene Verstärkeranlage mit mehreren Mikrofonen an. Vom 18. bis 20. Juni wirken wir als Vertretung Österreichs an einem riesigen Zeltfest in Oberauerbach bei Zweibrücken im Saarland mit. Bei diesem Fest, das von Montag bis wieder Montag dauert und täglich ein vollbesetztes Zelt aufweist, nehmen noch weitere Vereine aus Deutschland, der Schweiz, aus Italien, Luxemburg, Frankreich und den USA teil. Mit dem „Florentinermarsch“ von Julius Fucik erhalten wir den 1. Platz in der über die lokale Presse veranstalteten Hitparade. Ein weiteres Highlight liefert beim sonntägigen Aufmarsch Hans Prantl (Der Blau), der beim Einschlagen des ersten Marsches das Schlagfell zerfetzt. Im gleichen Jahr absolvieren wir neuerliche Konzertreise nach Wernau a. Neckar.

1984

Nach 15 Jahren sind erste kleinere Reparaturen am Vereinsheim notwendig. Die Simsen werden ausgetauscht, die Färbelung aufgefrischt und ein Fenster komplett ersetzt. Heuer wird der Vereinsbeschluss gefasst, dass zum 100-Jahr-Jubiläum unseres Vereines im Jahre 1986 ein Musikfest veranstaltet wird. Am 10. Juni feiern wir mit der Austria Lustenau deren 70. Geburtstag. Wir nehmen auch am Ortsvereine – Fußballturnier teil, wobei der sportliche Erfolg sich in Grenzen hält. Mitten im Hochsommer, am 29.Juli wird die Alpe Schöner Mann nach erfolgter Totalsanierung eingeweiht. Unser Auftritt in der prallen Sonne hat zur Folge, dass unser Kapellmeister von den Sonnenstrahlen im Gesicht einseitig angebraten wurde und einen gewaltigen Sonnenbrand mit nach Hause nehmen durfte. Unsere Flötistin Gudrun David heiratet den Flügelhornisten Arthur Gruber von der Stadtmusik Dornbirn. Beim Herbstkonzert am 25. November erhalten die Kameraden Heinz Grabher-Meier, Helmut Holzer und Kurt Jussel für 25 Jahre aktive Tätigkeit das Silberne Ehrenzeichen des Blasmusikverbandes. Fähnrich Heinz Hämmerle (Seilers) erhält für den gleichen Zeitraum die Silberne Verdienstmedaille des Österr. Blasmusikverbandes.

1985

Der Altersdurchschnitt aller Vereinsmitglieder beträgt zu Jahresbeginn 31,3 Jahre, wobei an der Spitze die Flöten mit 18,3 Jahren liegen. Das Schlusslicht stellen die Posaunen mit 49 Jahren dar. Auszug aus dem Vorstandsbericht: „Wer nichts gegen die eigenen Fehler und Mängel unternimmt, handelt fahrlässig und unkameradschaftlich, ganz besonders dann, wenn er die entsprechenden Fähigkeiten besitzt, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.“ Am 31. März spielen wir beim Empfang des Weltcupsiegers Marc Girardelli vor dem Lustenauer Rathaus auf. Am 1. Juni spielen wir beim Musikfest in AU/SG und am 20. und 21. Juli fahren wir zu unseren Freunden nach Bischweier im Baden-Württemberg. Am 6. Oktober untermalen wir eine Veranstaltung beim Schäferhundesportverein an der Hohenemserstraße. Erstmals erwirbt ein junges Vereinsmitglied des MVL, nämlich Ivo Warenitsch auf der Klarinette, das Jungmusikerleistungsabzeichen in Gold, und das sogar mit Auszeichnung.