Home Ehrungsabend Ehrenmitgliedschaft an Ivo Warenitsch
Ehrenmitgliedschaft an Ivo Warenitsch Drucken E-Mail

Laudatio

Ivo Christian Warenitsch

Ehrenmitgliedschaft

Ehrungsabend, am 23.01.2010

 

 

Werte Gäste!

Lieber Ivo! Liebe Gaby!

Liebe Verwandte und Freunde von Ivo!

 

Wir dürfen den heutigen Ehrungsabend nun noch mit einer ganz besonderen Ehrung beschließen.

 

Ivo Christian Warenitsch wurde am 18. Mai 1965 geboren. Seine Schuljahre beendete er mit der Matura im Gymnasium Dornbirn-Schoren mit Auszeichnung. Nachdem er bereits ab 1975 an der Rheintalischen Musikschule Lustenau Klarinette gelernt hatte und 1978 das Bronzene Jungmusikerleistungsabzeichen mit Auszeichnung absolvierte, wurde er am 05. Januar 1979 als ordentliches Mitglied im Musikverein Lustenau aufgenommen. Zwischen 1983 und 1984 diente er bei der Militärmusik Vorarlberg und besuchte die Musikschule in Dornbirn. Seine musikalischen Fähigkeiten werden schon damals in der Vereinsleitung hoch geschätzt, diskutiert man doch auf einer Vereinsleitungssitzung am 08. März 1984 darüber, ob man ihm einen Fahrtkostenzuschuss zur Militärmusik nach Bregenz gewähren soll. Das JMLA in Silber lässt er gleich aus und macht stattdessen im Jahre 1984 das JMLA in Gold - wiederum mit Auszeichnung. Die Vereinsleitung nimmt vermutlich dies zum Anlass, in einem Protokoll festzuhalten, dass Ivo in Zukunft durchaus Proben mit unserer Jugend oder Registerproben abhalten könnte.

 

Ab 1984 studiert er auch Klarinette am Landeskonservatorium in Bregenz und Feldkirch bei Prof. Alois Brandhofer, der sowohl bei den Wiener Symphonikern, als auch bei den Berliner Philharmonikern als Soloklarinettist tätig war. 1985 wird er von der Jahreshauptversammlung zum Rechnungsprüfer gewählt. Im Jahr 1990 absolviert er die Lehrbefähigungsprüfung im Fach Klarinette und unterrichtet seit 1988 an der Rheintalischen Musikschule Lustenau und von 1989 bis 2003 auch an der Musikschule Dornbirn.

 

Auf der 43. Jahreshauptversammlung am 13. Januar 1990 gibt Kapellmeister Toni Huber bekannt, dass er einen Musikausschuss bestehend aus ihm selber und Heinz Hämmerle, Bruno Schnetzer, Christof Naier und Ivo Warenitsch ins Leben ruft. Im selben Jahr beteiligt sich Ivo mit etlichen anderen jugendlichen Vereinsmitgliedern an einem Antrag an die JHV, wonach hinkünftig zwei Beiräte der jüngeren Generation in der Vereinsleitung vertreten sein sollen. Nach dem Rücktritt von Kapellmeister Toni Huber 1991 beteiligt sich Ivo bereits maßgeblich an der Suche nach einem neuen Kapellmeister. Als Heinz Hämmerle interimistisch das Amt des Kapellmeisters übernimmt wird Ivo Warenitsch Vizekapellmeister. Er beschäftigt sich in weiterer Folge intensiv mit dem Dirigieren und nimmt auch Dirigierunterricht bei Prof. Guntram Simma. Im September 1991 teilt Ivo der Vereinsleitung mit, dass er nunmehr bereit sei, das Amt des Kapellmeisters zu übernehmen und wird dann am 12. Januar 1992 auch offiziell zum Kapellmeister bestellt. In seinem Bericht führt er unter anderem aus, dass er sich bemühen will, der Jugendmusik einen anderen Stellenwert im Verein zu geben. Als ein Resultat kann hier wohl das 1. Jugendmusiklager im Ebnit genannt werden. Nach diesem Probejahr teilt Ivo der Vereinsleitung mit, dass er lediglich bis Ostern 1993 weitermachen und danach wieder als Bläser mitwirken wird. In einem Schreiben an den Verein führt er im November 1992 aus, dass ihm nicht ein Bruchteil der notwendigen Zeit bleibt, um auf seinem Instrument sein Niveau auch nur annähernd halten zu können.

 

Es wird wieder ein Unterausschuss bestehend aus Vorstand Anton Vogelmann, Vizekapellmeister Heinz Hämmerle und Ivo Warenitsch gegründet, der sich auf die Suche nach einem neuen Kapellmeister macht. Am 04. Mai 1993 nimmt Manfred Allmayer seine Arbeit als Kapellmeister auf. Bis zum 11. Dezember 1995 wirkt Ivo währenddessen als Beirat in der Vereinsleitung mit.

 

Nachdem die Vereinsleitung sich entscheidet, die Zusammenarbeit mit Manfred Allmayer zu beenden, übernimmt Ivo Warenitsch erneut das Amt des Kapellmeisters. Die viele Arbeit, die dieses Amt mit sich bringt und der daraus resultierende Umstand, dass man sehr "angebunden" ist, macht eine Arbeitsaufteilung notwendig: Ivo Warenitsch ist fortan für die konzertante Musik zuständig, während sich Claus Karitnig um die Unterhaltungsmusik kümmert. Somit wird das Amt für beide erträglicher.

 

Nachdem Ivo schon 1993 laut über die Gründung einer dritten Jugendformation nachdenkt, kann 1995 die Hänschen-Klein-Musik gegründet werden. Deren langjähriger Leiter wird Ivo Warenitsch, der damit nicht nur Vorbild für viele andere Vereine im Land wird, sondern auch den Grundstock der so erfolgreichen Jugendarbeit in unserem Verein legt. Denn schon auf der JHV 1996 zeichnet Ivo den heute allgemein gültigen Weg eines Musikanten in unserem Verein nach: Nach dem Erlernen des Rüstzeugs in der Musikschule folgen ca. 2 Jahre Hänschen-Klein-Musik, danach noch 2-3 Jahre Jugendmusik bevor man ins große Orchester aufgenommen wird. Im Jahr 2002 gibt es sogar kurzfristig noch eine dritte Jugendformation, die "Junior Band".

 

Auch als Kapellmeister, ab 1997 wieder alleiniger Kapellmeister, unseres Vereines führte er für damalige Verhältnisse revolutionäre Änderungen ein, die heute bereits unumstrittene Gewohnheit geworden sind: Er fordert auf den Konzerten absolutes Alkoholverbot in den Reihen der Musiker und stellt auch Überlegungen zu einem bestuhlten, unbewirteten Konzert an und setzt dies 1997 auch erstmals um.

 

Mit großem Engagement widmet er sich der Jugendarbeit. Seine Schwerpunkte liegen dabei in der Anwerbung von neuen Mitgliedern - die Anzahl der reinen Musikschüler, also aller Musikanten, die noch nicht im großen Orchester mitspielen, erhöht sich in seiner Amtszeit von 40 auf über 100. Auch der Instrumentenpark erlebt in diese Zeit eine Anpassung an zeitgemäße Qualitätsansprüche, auch seltene Instrumente werden angeschafft und auch der regelmäßige Austausch von abgenutzten Instrumenten findet statt. Dabei hat er eine Idealbesetzung vor Augen, an der er sich bei seinen Instrumentenanschaffungen orientiert. Damit die Kosten für den Verein tragbar werden, werden auf seine Initiative hin auch Leihgebühren eingeführt.

 

Neben seiner umfangreichen Tätigkeit als Kapellmeister und in der Jugendarbeit verfolgt er schon ab 1997 konsequent den Umbau und die Adaptierung des Vereinsheimes und arbeitet intensiv im entsprechenden Bauausschuss und mit 174 Stunden auch eigenhändig mit.

 

Am 10. Januar 2004 kann er mit dem Silbernen Ehrenzeichen des VBV für 25 Jahre aktive Tätigkeit ausgezeichnet werden. Noch im selben Jahr beginnt er ein einjähriges Studium am Konservatorium in Alessandria (Italien) und studiert Bassklarinette bei Roco Parisi. Während dieser Zeit übernimmt Claus Karitnig den Musikverein. Nach seiner Rückkehr 2005 wird das große Orchester wieder von Ivo übernommen, bis er 2007 aus gesundheitlichen Gründen dazu gezwungen ist, die musikalische Leitung des Musikverein Lustenau abzugeben. Er ist aber maßgeblich daran beteiligt, dass der MVL mit Josef Eberle einen ausgezeichneten Nachfolger, der in Lustenau einen hervorragend aufgestellten und von Ivo ausgebildeten Verein übernehmen kann, bekommt. Im Rahmen der Fahnenweihe erhält er im selben Jahr die Verdienstmedaille in Bronze des Österreichischen Blasmusikverbandes.

 

Ivo ist aber bis zur diesjährigen Jahrshauptversammlung weiterhin als stellvertretender Jugendreferent und Instrumentenwart aktiv am Vereinsbetrieb beteiligt.

 

Auch objektive Dritte bescheinigen Ivo Warenitsch großes Können und große fachliche Fähigkeiten in der Leitung eines Musikvereines. Im Wertungsbericht der Landeswertungsspiele in Feldkirch bescheinigt das renommierte Jury-Mitglied Gottfried Veit unserem Verein eine ausgewogene Besetzung, diszipliniertes und tief empfundenes Musizieren. Man spüre, dass die Kapelle bestens vorbereitet wurde. Der Dirigent gestalte überlegen, aber nie "überzogen". Höchste Benotungen bekamen wir für den "Musikalischen Ausdruck" sowie für "Interpretation und Stilempfinden". Resultat war dann auch ein ausgezeichneter Erfolg.

 

Ivo Warenitsch bescherte in seiner Amtszeit sowohl den Musikerinnen und Musikern im Verein, als auch dem Publikum immer wieder Hörgenüsse der besonderen Art. Schon 1992 punktet er mit der "Russischen Weihnachtsmusik" von Alfred Reed und mit der "1. Suite in F" von Gustav Holst. Auch das Kirchenkonzert im Jahre 1996, das in Zusammenarbeit mit dem "Collegium Vocale" in der Kirche St. Peter und Paul aufgeführt wurde, war ein Highlight. "Die Kreuzigung und die Auferstehung Christi" oder die "Grande Symphonie funèbre et triomphale" von Hector Berlioz sprechen für sich. 1997 folgt mit "Terpsichore" nach Michael Prätorius ein weiterer musikalischer Höhepunkt. Auch heimische Komponisten wie Murat Üstün mit "Bizim - die Welt gehört uns allen" oder Peter Engl mit "BSE" werden uraufgeführt. Daneben finden auch Solisten wie Ferencz Röczey mit "Rhapsody in Blue", Roco Parisi und sein "Schüler" Ivo Warenitsch mit "Il Convegnio" oder das Scorzonera-Klarinettenquintett, bei dem sowohl Ivo, als auch Claus Karitnig mitwirken, Platz in seinen Konzerten. Im Jubiläumskonzert aus Anlass des 120jährigen Bestehens des MV Lustenau werden Stücke aller vereinseigenen Komponisten zur Aufführung gebracht: Von Thomas Riedmann, dem ersten Kapellmeister unseres Vereines, bis zu Konstanze Hofer sind das immerhin sieben Komponisten. Eine neue Erfahrung war auch das Gemeinschaftskonzert mit der Stadtmusik Wehr im Jahre 1997, wo wir unser Herbstkonzert-Programm in Deutschland noch einmal aufgeführt haben. Eindrucksvoll für die Mitglieder des MVL war das Klangfeuerwerk im Jahre 2002 auf dem Kirchplatz vor 5.000 Zuhörern, bei dem die "Feuerwerksmusik" von Georg Friedrich Händel aufgeführt wurde. Bei den Landeswertungsspielen in Übersaxen im Mai 2006 erreicht Ivo mit dem Musikverein Lustenau einen Stufensieg in Stufe C mit 87,8 Punkten. Wenn es notwendig ist, arrangiert er die gespielten Stücke auch selber, wie etwa den "Landesausstellungsmarsch" von Thomas Riedmann oder "Immer kleiner" von Adolf Schreiner. Diese Aufzählung ließe sich unendlich weiterführen, da Ivo Warenitsch stets darauf bedacht war, besondere Konzerte einzustudieren und aufzuführen.

 

Obwohl er sehr viel Zeit in den Musikverein Lustenau investiert, ist er auch noch Mitglied in vielen anderen Ensembles, etwa seit 1999 beim Sinfonischen Blasorchester Vorarlberg oder auch über 13 Jahre beim Jugendsinfonieorchester Dornbirn. Er spielt auch beim "Ad hoc Bläserensemble Laurentius", ist Mitglied im schon erwähnten "Scorzonera-Klarinettenquintett" und im "Collegium Instrumentale Dornbirn" sowie Mitwirkender bei verschiedenen Orchesterproduktionen - wie im Stadtorchester Arbon, in der Operette Balzers und im Musiktheater Vorarlberg. Zudem leitet er Seminare zum Thema "Bassklarinette" in Tirol und Vorarlberg und ist auch als Mentor am Landeskonservatorium Vorarlberg in den Fächern "Didaktik für Klarinette" und "Klarinettenliteratur für die Unter- und Mittelstufe" tätig. Außerdem arbeitet er bei der Lehrplanerstellung für Klarinette im Musikschulwerk mit. Er ist Jurymitglied bei Jugendwettbewerben, etwa beim Prima la Musica Baden-Württemberg oder beim Liechtensteinischen Landesmusikwettbewerb und kann als Lehrer an der Musikschule mit seinen Schülern immer wieder große Erfolge bei Wettbewerben erzielen und ist als Musikschulpädagoge anerkannt und geschätzt.

 

Im Musikverein Lustenau lernt er auch seine spätere Frau Gaby kennen, die sich ebenfalls in der Jugendausbildung als Leiterin der Hänschen-Klein-Musik und als Beirätin im Vereinsbetrieb engagiert hat. Inzwischen wechseln sich die beiden beim Probenbesuch ab, da jeweils einer von beiden deren Kinder Fiona und Ella beaufsichtigen muss.

 

Lieber Ivo, wir bedanken uns bei dir für dein großartiges Engagement für unseren Verein, für die musikalische Leitung unseres Vereines, die uns einen ausgezeichneten Ruf im Blasmusikwesen ermöglicht hat, für die wichtigen Entwicklungsschritte und die Pionierarbeit, die du in der Jugendarbeit geleistet hast und für die wegweisenden Impulse, die du auch im organisatorischen Bereich - ich erinnere da etwa auch an die Initiative zur Gründung des Gönnervereines - gegeben hast. Wir hoffen, dass du uns auch in den kommenden Jahren mit deiner Erfahrung zur Verfügung stehst.

 

Die 63. Jahreshauptversammlung hat dir auf Antrag der Vereinsleitung hin aufgrund deiner Verdienste um den Musikverein Lustenau einstimmig die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Wir dürfen dir nun in diesem feierlichen Rahmen die Ehrenmitgliedschaft offiziell überreichen und gratulieren dir sehr herzlich!