Home Ehrungsabend 40 Jahre Dirigent Josef Eberle
40 Jahre Dirigent Josef Eberle Drucken E-Mail

Laudatio

Dirigent Josef Eberle

40 Jahre aktiver Musiker

30 Jahre Dirigent

Ehrungsabend, am 23.01.2010

 

 

Meine Damen und Herren!

 

Wir dürfen heute auch noch ein weiteres hochkarätiges Mitglied unseres Vereines ehren, das davon bis jetzt - so hoffe ich jedenfalls - noch gar nichts weiß. Die Schwierigkeit liegt dabei darin, dass der zu Ehrende einen Großteil seiner musikalischen Laufbahn gar nicht bei uns absolviert hat. Ich bin daher dankbar, dass uns der stv. Landesobmann und ÖBV-Präsident Elmar Rederer in mühevoller Arbeit die Daten eines außergewöhnlichen Musikerlebens zusammengetragen hat.

 

Josef Eberle startete seine Karriere im Jahre 1968 bei der Stadtmusik Dornbirn, wo er Waldhorn und schließlich Trompete spielte. Einer Festschrift, die sich in unserem Archiv befindet, können wir entnehmen, dass er seine Funktionärslaufbahn als Bekleidungswart startete. Daneben wurde er bereits mit 20 Jahren Vizedirigent der Stadtmusik Dornbirn, kam aber in dieser Funktion kaum zum Einsatz. Nur ein einziges Mal wurde er ins kalte Wasser geworfen und musste ohne Vorkenntnisse kurzfristig ein Konzert dirigieren.

 

1979 wird er Gründungsmitglied des Musikverein Dornbirn-Rohrbach und leitet diesen Verein bis 2001 - also insgesamt 22 Jahre. 1990 gründet er auch die Jugendkapelle dieses Vereines und leitet sie ebenso bis 2001. Für seine enormen Leistungen für den Musikverein Dornbirn-Rohrbach wird er zum Ehrendirigenten ernannt. Im Rahmen seiner Tätigkeit beim Musikverein Dornbirn-Rohrbach erhält er das Silberne VBV-Ehrenzeichen für 25 Jahre aktive Tätigkeit im Jahre 1993 und das Silberne Kapellmeister-Ehrenzeichen mit Kranz für 20 Jahre Kapellmeistertätigkeit im Jahre 1999.

 

Schon 1994 übernimmt er das Amt des Bezirkskapellmeisters im Blasmusikbezirk Dornbirn, das er nur bis 1996 ausübt. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die Verbandsverantwortlichen nämlich schon von den organisatorischen und musikalischen Fähigkeiten überzeugt und so bestellt ihn die Generalversammlung des VBV am 08. November 1996 zum stellvertretenden Landeskapellmeister. 2005 wechselt er dann als Nachfolger von Walter Ellensohn auf das Amt des Landesjugendreferenten, das er am 07. November 2009 wieder abgibt. Vom ersten Tag an als Landesjugendreferent weht ein anderer Wind für die Bezirksjugendreferenten - ich durfte dies damals als solcher hautnah erfahren. Es ist dies aber durchaus ein positiver Sturm, also ein frischer Wind, der eingefahrene Strukturen nieder bricht und eine moderne Jugendarbeit im VBV ins Leben ruft. Für seine Verdienste um das Vorarlberger Blasmusikwesen wurde er 2009 mit dem Verdienstkreuz in Silber des Österreichischen Blasmusikverbandes ausgezeichnet.

 

Neben der Verbandsarbeit widmet er sich aber nach wie vor auch der Musik. Er leitet den Musikverein Konkordia Au, den er innerhalb kürzester Zeit zu musikalischen Höhenflügen bringt. Für seine großartige Aufbauarbeit in 10 Jahren wird er zum Ehrendirigent ernannt. Der Verein schreibt wörtlich selber: "Nach mehreren Dirigentenwechseln in den 80er und 90er Jahren fand der Musikverein Au 1995 in Josef Eberle einen Dirigenten und Musikpädagogen mit viel Einfühlungsvermögen und Freude an der Blasmusik. Die abwechslungsreichen, modernen Musikprogramme, der sehr engagierte Dirigent Josef Eberle und viele junge Musikanten sind Garanten dafür, dass der Musikverein Konkordia Au groß in der Gunst seines Publikums steht."

 

Er ist in weiterer Folge auch für fünf Jahre bei der Stadtharmonie Eintracht Rohrschach als Dirigent tätig. Ich habe in einer Vereinsbroschüre aus Rohrschach ein Interview gefunden, dass viel Wissenswertes über Josef enthält:

 

Josefs Vater spielte demnach zwar im Volkstheater, hatte aber sonst mit Blasmusik wenig am Hut. Die Vorstellung, seinen Buben in einen Verein zu schicken, wo nicht nur nach sondern gar während der Probe Alkohol konsumiert wird, war ihm suspekt. Glücklicherweise konnte sich aber die Mutter, leidenschaftliche Zitherspielerin, doch durchsetzen.

 

Das Dirigieren brachte sich Josef Eberle, der auch als Chorleiter tätig war, übrigens teilweise als Autodidakt bei. Er habe viel über das Dirigieren gelesen, aber auch etliche Workshops, Meisterkurse und Chorleiterseminare besucht.

 

Die Stadtharmonie Eintracht Rohrschach schreibt an anderer Stelle, dass Josef Eberle das musikalische Spektrum der Eintracht ständig erweitern möchte. Jede einzelne Sparte der Blasmusik stelle besondere Herausforderungen an die Musikerinnen und Musiker - und je größer ihre Erfahrungen in den unterschiedlichen Sparten seien, desto sicherer werde das Klangschaffen im gesamten Repertoire.

 

Sucht man im Internet weiter, so stellt man fest, dass Josef Eberle auch Stadtpräsident von Rohrschach war, muss sich aber nach kurzem Überlegen doch eingestehen, dass er unendlich viel gemacht hat, aber das eher nicht.

 

Beruflich ist Josef Eberle Musikschullehrer an der Musikschule Dornbirn und Hauptschullehrer für Musik und Mathematik – darin liegt wahrscheinlich auch seine Fähigkeit, besonders junge Menschen für etwas begeistern zu können. Deshalb waren wir sehr froh als er am 01. September 2004 das Amt des Jugendkapellmeisters in unserem Verein übernahm.

 

Der Musikverein Lustenau hat aber bereits im Jahre 1991 zum ersten Mal Gespräche mit Josef Eberle geführt, ob er den MV Lustenau als Nachfolger von Kapellmeisters Heinz Hämmerle übernehmen wolle. Die Aufgabe reizte ihn sehr, dennoch konnte er sich nach längerem Überlegen damals nicht zur dadurch notwendigen Aufgabe seiner Stelle als ORF-Aufnahmeleiter entschließen.

 

Erst 16 Jahre später, nämlich 2007 konnten wir ihn dazu bewegen, die Nachfolge von Kapellmeister Ivo Warenitsch anzutreten. In dieser kurzen Zeit hat er mit "Herr der Ringe" oder "Die Planeten" bereits Maßstäbe gesetzt, die zwar an die Leistungsgrenze der Musikerinnen und Musiker heranreichten, aber in der Bevölkerung nachhaltige Begeisterung ausgelöst haben. Nicht umsonst ist es uns gelungen, als Laienorchester für ein Kundenkonzert einer renommierten Vorarlberger Bank engagiert zu werden und den Reichshofsaal mit über 700 Zuhörern bei zwei Konzerten zu füllen.

 

Neben unserem Verein leitet er auch den Big Band Club Dornbirn und spielt selber noch in zahlreichen Ensembles mit. Bei diesem immensen Arbeitseinsatz von Josef gilt unsere große Anerkennung und Wertschätzung seiner Gattin Gerda, die ihn in seiner Tätigkeit unterstützt und die ihm irgendwann zwischen seinen Aktivitäten auch noch drei Söhne, von denen zwei ebenso das Musikgeschehen im In- und Ausland prägen, geschenkt hat.

 

Lieber Josef, aufgrund deiner unzähligen Aktivitäten und deines vielfältigen Lebenslaufes, den wir erst jetzt - sicher immer noch unvollständig - mit vereinter Hilfe zusammenstellen konnten, ist es uns leider untergegangen, dir bereits im Jahre 2008 das Goldene Ehrenzeichen für 40 Jahre aktive Tätigkeit zu überreichen. Wir holen dies jetzt nach und legen gleich noch eines drauf: Für 30 Jahre Tätigkeit als Dirigent wird dir ÖBV-Präsident Elmar Rederer heute auch das Goldene Kapellmeister-Ehrenzeichen für 30 Jahre Kapellmeistertätigkeit überreichen.

 

Wir hoffen, dass du dem Vorarlberger Blasmusikwesen im Allgemeinen und vor allem unserem Verein im Besonderen noch viele Jahre erhalten bleibst und uns mit deinem Charme, deiner ehrlichen und offenen Art, deinem Humor, deinen Kabaretteinlagen und deinem Wortwitz auf den Proben und vor allem deinem herausragenden Können und deiner Motivation erfreust und gratulieren dir sehr herzlich zu diesen Auszeichnungen.