| 50 Jahre Ehrenmitglied Helmut Holzer |
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Laudatio Ehrenmitglied Helmut Holzer 50 Jahre aktiver Musiker
Werte Gäste! Lieber Helmut! Liebe Verwandte und Freunde von Helmut!
Ein weiteres Mitglied unseres Vereines kann heute ein außergewöhnliches Jubiläum feiern. Helmut Holzer ist seit 50 Jahren Mitglied des Musikverein Lustenau!
Helmut Holzer wurde am 29. Oktober 1940 in Lustenau geboren. Er wuchs mit zwei Schwestern auf. Sein Vater Johann Holzer starb - unnötig - in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges, am 15. April 1945 in Lustenau. Helmut besuchte dann die Volksschule in Lustenau und machte anschließend eine Lehre zum Näh- und Büromaschinenmechaniker. Er arbeitete 35 Jahre lang beim renommierten Lustenauer Unternehmen "Bernina Alge". Anschließend übernahm er die Position des Schulwartes in der Volksschule Rotkreuz bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000. Auf der großen Feier in der Aula der Volksschule konnte sich der anwesende "Störtrupp" damals von der hohen Wertschätzung, die ihm der Lehrkörper entgegenbrachte, überzeugen.
Am 09. Januar 1960 wurde er von Vorstand Otto Scheffknecht als ordentliches Mitglied in den Musikverein Lustenau aufgenommen. Davor erlernte er bei Ehrenmitglied Werner Pregler und Ehrenmitglied Toni Huber das Flügelhorn-Spiel. In der Vereinsleitungssitzung am 11. Oktober 1961 wurde beschlossen, vier Jungmusikanten in die Musikschule unter Dir. Otto Vonbank zu schicken. Darunter waren Franz Scheffknecht ("Viters"), Alfons Hagen ("Fonser"), Josef Hammerschmid und Helmut Holzer. Helmut besuchte also als einer der ersten Musikschüler des MVL für etwa ein Jahr den Unterricht bei Hermann Hagen ("Allgäuers", Onkel des VN-Redakteurs Josef Hagen, der von 1964 bis 1975 ebenso Mitglied des MVL war).
Vizevorstand war zu diesem Zeitpunkt Ehrenmitglied und Flügelhornist Artur König ("Strobels"), der dieses Amt von 1958 bis 1962 ausübte und von 1962 bis 1964 auch Vizekapellmeister war. Dieser Artur König sollte dann 1968, als Helmut Holzer seine Elfriede König zum Traualtar führte, sein Schwiegervater werden. Der Ehe entstammen drei Kinder: Elke (1970), Markus (1974) und Petra (1979), von denen nur die jüngste Tochter den Weg zum Musikverein Lustenau fand und seit 1993 ordentliches Mitglied ist. Heute lernen aber bereits zwei der vier Enkel, Christopher und Alexander Trompete und vom Fortschritt von Christopher konnten wir uns bereits auf der Nikolausfeier überzeugen. Seine Gattin Elfriede beteiligte sich rege am Vereinsbetrieb und war uns jüngeren Mitgliedern daher nicht nur aufgrund unserer Freundschaft zu Petra im "Jugendstörtrupp" wohl bekannt. Der ganze Verein war daher auch sehr betroffen, als wir ihr nach längerer Krankheit 1995 die letzte Ehre erweisen mussten.
Helmut Holzer ist ein hervorragender Flügelhornist, auch wenn er selber - in seiner bescheidenen Art - dies stets abstreitet. Ich erinnere mich dabei an eine "Fachdiskussion" von Johannes Fitz und mir, in der wir beide der Meinung waren, dass ein C3 durchaus sehr hoch ist. Helmut, der die Diskussion mitverfolgt hatte, setzte sein Instrument an, spielte aus dem Stegreif heraus ein C3 und quittierte unser Erstaunen mit einem trockenen: "I gloub, deis ischt ouos gsin!".
Den Weg in die Vereinsleitung fand er nicht, obwohl aus einem Protokoll vom 04. Dezember 1985 hervorgeht, dass die Vereinsleitung ihn vorschlagen möchte. Er begnügte sich aber mit dem Amt des Rechnungsprüfers in den Jahren 1963 und 1980.
Neben den musikalischen Verpflichtungen, die ein Vereinsmitglied hat, war er aber dennoch auch als Arbeitskraft und Helfer stets dabei. Der erste Arbeitseinsatz, der dokumentiert ist, ist das Ausbauen der Fensterbänke im alten Vereinsheim im Jahre 1984. Aber auch ohne entsprechende Dokumentation in den Vereinsprotokollen kann man getrost behaupten, dass er - sofern es seine beruflichen und familiären Verpflichtungen zuließen - stets zur Verfügung stand. So war er beim Vereinsheimumbau mit 250 Stunden Eigenleistung (das sind über sechs Arbeitswochen) auf Rang drei der "Eigenleistungs-Hitparade".
Ehrenvorstand Robert Scheffknecht würdigte 1996 aber auch seine Sammlertätigkeit bei der Neuuniformierung. Überhaupt erwies er sich als mustergültiger Sammler im Rahmen der Maisammlung. Auch im Probenbesuch kann Helmut seine Vorbildwirkung entfalten. Auch er ist eines jener wenigen Mitglieder, die im so genannten "Becherrennen" bereits seit Jahren bei den Golddukaten angekommen sind. Diese Stufe erreicht man erst nach 28 Jahren mit vorzüglichem Probenbesuch. Auch bei den Vereinsschirennen war er stets im Spitzenfeld.
Daneben war er in der Fixbesetzung der "Kleinen Besetzung" des MV Lustenau dabei und ist bis heute unabkömmliches Mitglied im "Störtrupp".
Für seine Treue zum Musikverein Lustenau wurde er am 24. November 1984 mit dem Silbernen Ehrenzeichen des VBV für 25 Jahre aktive Tätigkeit im Musikverein Lustenau ausgezeichnet. Am 25. November 2000 folgte das Goldene Ehrenzeichen des VBV für 40 Jahre aktive Tätigkeit. Schon am 11. Januar 1975 wurde er zum Ehrenmitglied des Musikverein Lustenau ernannt.
Neben seiner Mitgliedschaft im Musikverein Lustenau spielt er Alphorn beim Alphornquartett "Bergecho" und ist auch bei den extra für den Seniorenbund-Adventsnachmittag gegründeten Weisenbläsern des Musikverein Lustenau, vormals "Lustenauer Flügehornduo" dabei, wobei er 2009 erstmals den Platz im Publikum vorzog. Offenbar ist er auch leidenschaftlicher Holz-Sammler, da - immer, wenn beim Vereinsheim Holz in größeren oder kleineren Mengen übrig war, er ein dankbarer Abnehmer war. Ebenso ist er nach wie vor gefragter Nähmaschinenmechaniker in Lustenau und Umgebung, auf den eine Vielzahl von Näherinnen immer gerne zurückgreift. Wenn dann noch Zeit bleibt, säht und erntet er in seinem Schrebergarten.
Im Musikverein Lustenau ist er bei Jung und Alt ein nicht mehr wegzudenkendes Mitglied, das immer einen lockeren Spruch auf der Zunge hat. So meinte er etwa über den jungen Trompeter Sebastian Hofer: "Ar ischt guot, ar wouoß all wou ma ischt!" oder gibt dem ehemaligen Mitglied Jessica Waibel, die nicht weiß, wie sie die Becken dämpfen soll, den Rat: "Wüorf d'Hearzor druf". Es ist also nicht verwunderlich, dass es kaum eine Jahreschronik gibt, in der Helmut Holzer nicht vorkommt.
Hervorzuheben ist auch sein guter Kontakt zu den jungen Mitgliedern in unserem Verein. Wenn man in ausgelassener Stimmung nach dem Maiweckruf etliche Mitglieder unfreiwillig und in Uniform in den Swimmingpool bei Vogelmann's wirft, dann ist er sofort bei den Werfern und gehört auch zu den Mitgliedern, die im Swimmingpool landen - er ist aber der Einzige, der dabei auch seine Geldtasche mit ins Wasser nimmt. Es kann auch nur unserem "Hellar" passieren, dass er nach Ansage des 47er Regimentsmarsches verzweifelt den Marsch Nr. 47 im Marschbuch sucht und feststellt, dass er nur 28 Märsche hat. Gerne erinnern wir uns auch daran zurück, wie er - nach Rückkehr des ehemaligen Mitgliedes Barbara Kancz von einem einjährigen Auslandsaufenthalt - deren Schwester Ursula auf das Herzlichste begrüßt.
Kurzum, Helmut Holzer ist ein Original in unserem Verein, der es versteht, Jung und Alt im Verein durch seinen Humor für sich zu gewinnen und ohne den im Verein etwas fehlen würde.
Lieber Helmut, wir gratulieren dir von Herzen zum 50-Jahr-Jubiläum in unserem Verein. Wir wünschen uns, dass du unseren Verein durch deine Mitgliedschaft noch viele Jahre bereicherst und wir noch viele schöne Stunden mit dir verbringen dürfen.
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